
Das Wesen von Hund und Katze - ein kurzer Einblick
"Durch´s Reden
kommen d´Leut z´amm", heißt ein alter Spruch. Ja, durchs Reden kommt
auch der Tierbesitzer mit seinem vierbeinigen Freund zusammen – oder
könnte gut zusammen kommen – wenn, ja wenn die gegenseitige
Verständigung besser klappen würde. Den Tieren fehlt zwar die
Sprache, sie haben aber doch eine Reihe von Ausdrucksmöglichkeiten,
die wir nur richtig interpretieren müssen. Darüber hinaus verfügen
sie über angeborene Wesensmerkmale, die in Hinblick auf ein
harmonisches und für beide Teile glückliches Zusammenleben unbedingt
zu berücksichtigen sind. Was gilt es also über das "Wolfserbe" und
die "Verwandtschaft zu Löwe und Tiger" zu wissen:
Das Wesen des Hundes
Unsere Hunde
stammen vom Wolf ab und wurden schon vor etwa 12.000 Jahren
domestiziert. Trotz des starken Zugehörigkeitsgefühls zum Menschen
und trotz des Bemühens, sich an menschliche Gebräuche und
Gewohnheiten anzupassen, ist das arteigene Verhalten unserer Hunde
nach wie vor stark ausgeprägt. Wir dürfen daher nicht von ihnen
verlangen, daß sie entgegen ihren Anlagen und Instinkten leben.
Zu diesen Anlagen
gehören der bei unseren Familienhunden meist als unangenehm
empfundene, aber angeborene Jagdtrieb (weswegen man seinen Hund im
Wald unbedingt an die Leine nehmen muß) genauso wie die erwünschte
Wachsamkeit: Das Verbellen des Briefträgers – auch wenn es die
Nachbarn stört - zeugt daher auch nicht von "schlechten Manieren",
sondern entspricht dem Instinkt des Hundes, sein Revier zu
verteidigen.
Der Hund, auch wenn
er alleine gehalten wird, ist und bleibt ein Rudeltier, das
innerhalb seiner Gemeinschaft in einer strengen hierarchischen
Ordnung leben möchte. Für unseren Haushund ist die Familie, in der
er lebt, sein Ersatzrudel. Es besteht aus einem "Chef", den er
bedingungslos als seinen Herrn akzeptiert, und anderen
"Rudelangehörigen", unter denen er seinen Platz innerhalb der
Rangordnung sucht. Er verhält sich daher zu seinen
"Mit-Rudelangehörigen" unterschiedlich und ist sehr glücklich, wenn
es eine erkennbare Hierarchie gibt, in der er sich einfügen kann.
Versäumt man es, einen vitalen und wesensfesten Welpen rechtzeitig
in seine Schranken zu weisen, kann er sich leicht zum Rudelführer
aufschwingen!
Der Hund ist ein
Nasentier. Er benützt Gerüche als Informationsquelle und will vor
allem uns, seine Rudelmitglieder, die wir ihm am nächsten stehen,
beschnuppern oder sogar belecken. Auch wenn diese Angewohnheit für
uns Menschen manchmal unangenehm ist, sollten wir immer bedenken,
daß der Hund mit solchen "hautnahen" Liebesbezeugungen nur seinen
angeborenen Anlagen nachgibt.
Zum arteigenen
Spielverhalten gehören auch das Nachlaufen, das Buddeln, das
Apportieren und das Anspringen. Gerade das Anspringen wird von
vielen Menschen als lästig empfunden, ist aber für den Hund der
Ausdruck begeisterter Freude über das Nachhausekommen von Herrl oder
Frauerl, oder aber eine Aufforderung zum Spielen.
Wer diese
angeborenen und natürlichen Verhaltensweisen seines Hundes richtig
interpretiert, kann ihn besser verstehen und wird ihn weder
vermenschlichen, noch versuchen, ihn zu etwas zu zwingen, das
artfremd ist.
Das Wesen der Katze
Unsere heutige
Hauskatze hat drei direkte Vorfahren: die afrikanische Falbkatze,
die indische Steppenkatze und die kaukasische Waldkatze. Die Wurzeln
der Katzen reichen sehr weit in die Vergangenheit zurück: Vor etwa
20 Millionen Jahren entwickelte sich die Familie der Wildkatzen, aus
der sich unsere Haushatzen entwickelten, aber auch die der Löwen und
Tiger. Deren Urahnen wiederum lebten bereits vor 50 bis 60 Millionen
Jahren, also schon lange vor den ersten Menschen.
Die Geschichte der
Hauskatze begann wahrscheinlich im alten Ägypten zur Zeit der
Pharaonen. Ihnen waren die Katzen bekanntlich heilig. Etwa zur
selben Zeit wurden auch in China und Japan schon Hauskatzen –
hauptsächlich zur Rattenbekämpfung - gehalten. Erst um Christi
Geburt tauchten domestizierte Katzen in Griechenland und Rom auf,
etwa tausend Jahre später in England und bald darauf auch in
Mitteleuropa. Im späten Mittelalter erfuhr dann das Image der Katze
eine schreckliche Wende: Katzen und deren Besitzer wurden als
Hexen verfolgt und
oft genug verbrannt. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts gewann die
Katze als Ratten- und Mäusejäger wieder an Ansehen und erhielt ihren
Platz am heimischen Herd.
Das Interesse an
Rassekatzen begann vor etwa hundert Jahren. Anders als bei Hunden,
die schon seit frühester Zeit für bestimmte Einsatzzwecke gezüchtet
wurden, zählt bei Katzen nur die Schönheit. In den vier Kategorien,
nämlich Langhaar, Semi- oder Halblanghaar, Kurzhaar und
Siam/Orientalisch-Kurzhaar, gibt es heute insgesamt 17 anerkannte
Katzenrassen. Am bekanntesten sind wohl die Europäisch-Kurzhaar, wie
unsere "normale" Hauskatze bezeichnet wird, weiters die
verschiedenen Siamesen, Perser und Kartäuser. Innerhalb der Rassen
gibt es wiederum verschiedene Farben; so beträgt die Gesamtzahl der
möglichen Kombinationen über 400.
Das Verhältnis
zwischen Mensch und Katze kann sehr vielschichtig sein - genau so
vielschichtig, wie eben das Wesen eines "Zimmertigers" ist!
Wenn das Katzenkind
mit etwa acht Wochen zu uns kommt, ist es bereits alt genug, um uns
nicht mehr als seinesgleichen anzusehen. Allerdings bieten wir ihm
durch unser Verhalten soziale Auslöser, die es von der Mutter, den
Geschwistern und später instinktiv vom Geschlechtspartner kennt und
erwartet: Wir sorgen für seine Verpflegung, wir geben ihm das Gefühl
der Geborgenheit, wir streicheln und bürsten es, schützen es vor
Gefahr und lehren es, Dinge zu tun oder zu unterlassen. Wir tun all
dies aber nicht nur, solange das Kätzchen klein ist, sondern sein
ganzes Leben lang - und erfüllen so immer, auch für das erwachsene
Tier, die Mutterrolle. Die Katze wird also in mancher Beziehung
niemals richtig erwachsen.
Wir spielen aber
auch mit der Katze, gleichgültig, wie alt sie ist. Das tun ansonsten
nur Katzenkinder untereinander. Somit werden wir nicht nur als
Mutter, sondern auch als Geschwistertier angesehen.
Eines kann man
übrigens generell sagen: Je mehr wir uns mit dem jungen Kätzchen
befassen, desto anhänglicher wird dann das erwachsene Tier sein. Wer
sich also eine "Schmusekatze" wünscht, sollte bereits dem Katzenkind
besonders viel Liebe angedeihen lassen.
Katzen sind, obwohl
große Individualisten, durchaus gesellig. Das zeigt sich deutlich in
ihrem Sozialverhalten: Katzenversammlungen - die den menschlichen
Nachbarn meist weniger Freude bereiten - gemeinsame Pirschgänge und
gegenseitiges Putzen können hier als Beweis gelten.
Generell kann man
Katzen tagsüber allein lassen, ohne daß sie sich vernachlässigt
fühlen. Sie werden "ihre" berufstätigen Menschen dann am Abend
besonders liebevoll begrüßen. Wer aber der Langeweile vorbeugen
will, schafft eine zweite Katze an. Wichtig ist in diesem Fall, daß
keines der beiden Tiere bevorzugt wird, denn Katzen sind
sprichwörtlich feinfühlig.
Die oft zitierte
Feindschaft zwischen Hund und Katze entsteht aus unterschiedlichen
Verhaltensweisen und einer konträren Körpersprache. Ein
draufgängerischer Hund, der in vollem Tempo auf eine Katze
zusteuert, kann durchaus auf ein gemeinsames Spiel aus sein. Die
Katze aber sieht in dem stürmischen Annäherungsversuch einen Angriff
und sucht ihr Heil in der Flucht. Hingegen kommen Tiere, die
gemeinsam aufwachsen, meist gut miteinander aus, da sie die
Verhaltensweisen des anderen von klein auf kennen.
Katzen verständigen
sich mit Artgenossen, anderen Tieren und Menschen in ihrer eigenen
Sprache, die sich aus Lauten, Bewegungen und Mimik zusammensetzt.
Sie geben uns damit sehr deutlich zu verstehen, was ihnen nicht
paßt, ob sie verärgert oder gerade in Spiellaune sind.
Das Gesicht, vor
allem die Augen, Ohren und Schnurrhaare lassen viel vom
Gefühlszustand der Katze erkennen. Sind die Ohren aufgerichtet, die
Schnurrhaare zur Seite oder nach vorne gerichtet und die Augen weit
geöffnet, so ist die Katze freundlich und aufmerksam. Sind Ohren und
Schnurrhaare eng an den Kopf gelegt und die Augen zu schmalen
Schlitzen verengt, ist hingegen Vorsicht geboten. Die Katze ist
erregt und in Angriffsstimmung.
Der Schwanz der
Katze ist sozusagen ihr Stimmungsbarometer: Allein aus seiner
Haltung kann man erkennen, was sie gerade empfindet. Ist er hoch
aufgerichtet, ist die Katze bester Laune; so begrüßt sie etwa ihren
Menschen, wenn er nach Hause kommt. Ein herunterhängender Schwanz
kann Mißtrauen, aber auch Gleichgültigkeit bedeuten. Fängt die
Schwanzspitze zu zucken an, ärgert sich die Katze oder fühlt sich
gestört. Peitscht sie mit dem Schwanz hin und her, ist sie wütend:
Dann ist Vorsicht geboten.
Gegenüber echten
und vermeintlichen Feinden versucht die Katze, bedrohlich
auszusehen. Dazu sträubt sie das Fell und macht einen Buckel. So
wirkt sie auf ihre Feinde größer und damit gefährlicher. Ein
besonderes Phänomen ist das Schnurren: Katzen schnurren immer dann,
wenn sie Zuwendung erhalten - also etwa am Schoß liegen dürfen,
gestreichelt oder gekrault werden - und sich daher wohl fühlen.
Schnurren ist damit auch für den Menschen ein Signal, daß er seine
Katze richtig behandelt.
Hunde und Katzen
können eine unerschöpfliche Quelle der Freude sein und unser Leben
unendlich bereichern. Richtiges Verstehen des artspezifischen
Tierverhaltens und eine gehörige Portion Gelassenheit und Toleranz
sind allerdings der Beitrag, den wir in diese Beziehung einzubringen
haben!
Welches Tier paßt zu mir?
Die Anschaffung
eines Hundes oder einer Katze ist eine Entscheidung, die Ihr Leben
voraussichtlich für weit mehr als zehn Jahre beeinflussen wird.
Machen Sie sich daher diese Entscheidung nicht leicht, denn sowohl
Sie, als auch das Tier – und natürlich Ihr soziales Umfeld – sollten
mit dieser Entscheidung uneingeschränkte Freude haben. Anbei einige
Tips und Informationen, die Ihnen hierbei behilflich sein können:
Kaufen Sie
nur bei erstklassigen Quellen
Tierkauf ist
Vertrauenssache. Kaufen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nicht spontan
und überstürzt - und schon gar nicht "unter der Hand" irgendwo auf
einem Parkplatz; sie würden den Kauf sehr rasch bereuen. Gehen Sie
zu einem guten Züchter oder in eine vertrauenswürdige Tierhandlung.
Zwinger oder Geschäft sollen sauber sein und die Tiere ordentlich
gehalten werden. Lassen Sie sich ausführlich beraten und über die
Bedürfnisse und Eigenheiten des Hundes aufklären. Falls möglich,
sehen Sie sich auch die Elterntiere an.
Überlegen Sie vor
dem Kauf, ob das Tier auch in Ihre Wohnung und zu Ihren
Lebensgewohnheiten "paßt": Der Züchter oder Händler ist nämlich
keineswegs verpflichtet, das Tier zurückzunehmen, wenn Sie mit der
Haltung nicht zurechtkommen - von der Wirkung eines solchen
Hin-und-Her auf den Hund oder die Katze ganz zu schweigen.
Falls Sie in einer
Mietwohnung leben, vergewissern Sie sich, ob Sie den Hund oder die
Katze dort überhaupt halten dürfen. Dafür ist in erster Linie der
Mietvertrag maßgeblich. Verweist er - wie meist - auf die
Hausordnung, dann sind deren Bestimmungen bindend. Mit der
Unterzeichnung des Mietvertrages haben Sie also demnach auch ein
eventuelles generelles Tierhaltungsverbot akzeptiert.
Welcher
Hund ist ideal für mich?
Wer keinen Wert auf
den Besuch von Hundeausstellungen oder auf Preise legt, kann mit
einem Mischling sehr viel Freude haben. Mit der Aufnahme eines
"Bastardls" tut man meist auch ein gutes Werk. Außerdem verlangen
die überfüllten Tierheime, in denen viele Hunde auf ein neues
Zuhause warten, vom neuen Besitzer in der Regel nur den Ersatz der
bis dahin angefallenen Kosten für Futter und Impfungen. Allerdings
weiß man bei einem jungen Mischling nie, wie er sich entwickeln
wird. Die Möglichkeit, wie beim Rassehund Größe und Aussehen, aber
auch Eigenschaften und Verhalten einigermaßen voraussagen zu können,
besteht in der Regel nicht.
Ältere Hunde aus
Tierheimen, die schon schlimme Erfahrungen hinter sich haben,
brauchen oft längere Zeit, um wieder Vertrauen zu den Menschen zu
fassen und sich in eine neue Umgebung einzuleben. Wer sich die
nötige Geduld und das Einfühlungsvermögen nicht zutraut, sollte von
so einem Hund lieber die Finger lassen.
Die verbreitete
Ansicht, daß Mischlinge intelligenter wären als reinrassige Hunde,
stimmt sicher nicht. Daß es allerdings bei einzelnen Rassen zu
Überzüchtungen kommt, läßt sich leider nicht leugnen. Um
sicherzustellen, daß Sie es mit einem seriösen Züchter zu tun haben,
der nicht unsinnigen Modetrends folgt, führen Sie am besten ein
Grundsatzgespräch über Hundezucht und Hundehaltung. Außerdem können
Sie sich bei den Zuchtverbänden (Österreichischer Kynologenverband
(ÖKV), Wien 01/888 70 92; Österreichische Hundeunion (ÖHU), Salzburg
0662/64 30 94) kostenlos beraten lassen.
Rüde oder
Hündin?
Ein weiterer
wesentlicher Faktor bei der Hundewahl ist das Geschlecht. Ob man
sich für einen Rüden oder eine Hündin entscheidet, hängt von
mehreren Faktoren ab. Rüden sind selbständiger und kräftiger als
Hündinnen. Da sie aber das ganze Jahr über ihrem Geschlechtstrieb
unterworfen sind, muß man besonders gut auf sie aufpassen, wenn
Hündinnen in der Nachbarschaft läufig werden. Dazu kommt noch ihre
Neigung zum Raufen mit Rivalen. Vor allem bei großen Rassen brauchen
Rüden daher eine konsequentere Führung als ihre weiblichen
Artgenossen.
Hündinnen sind
außerhalb der meist zweimal jährlich auftretenden Hitzeperiode
(Läufigkeit) leichter zu führen und zu halten. Sie sind auch
anhänglicher und brauchen mehr Zuwendung. Die Hitze dauert jeweils
maximal drei Wochen. Etwa in der Mitte dieser Zeit muß man ständig
auf seine Hündin achten, damit sie nicht gedeckt wird. Die erste
Hitze kann übrigens schon nach sechs Monaten auftreten. Das Problem
mit der Hitze ist allerdings leicht zu vermeiden, indem die Hündin
kastriert wird. Sie wird dabei keinerlei Wesensänderung durchmachen,
sondern sich ständig so verhalten, wie sie es zwischen den
Läufigkeiten in der hormonell inaktiven Zeit machen würde. Die
Kastration ist daher all jenen dringend anzuraten und zu empfehlen,
die nicht ernsthaft mit Ihrer Hündin züchten wollen.
Auslauf ist
wichtig
Natürlich hängt das
Wohlbefinden des Hundes auch von seinen äußeren Lebensumständen ab.
Allerdings sollte man Faktoren wie die Wohnungsgröße nicht
überbewerten: Solange die Menschen das Zusammenleben als angenehm
empfinden, wird sich auch der Hund in der zur Verfügung stehenden
Wohnung wohl fühlen. Wichtiger als die Größe der Behausung sind die
Auslaufmöglichkeiten. Bei der Wahl des Gefährten sollte man daher -
so es sich um einen Rassehund handelt - auch rassetypische
Bedürfnisse berücksichtigen.
Wie komme
ich zu meiner Wunschkatze?
Es gibt viele Wege,
um zu einer Katze zu kommen. Häufig entscheidet der Zufall und die
"Liebe auf den ersten Blick", manchmal ist eine längere, gezielte
Suche unausweichlich. Geld spielt, außer bei edlen Rassekatzen,
meist kaum eine Rolle.
Rassekatzen wie
Siamesen oder Perser erwirbt man am besten direkt beim Züchter. Er
bürgt dafür, daß das Tier wirklich reinrassig und in einem guten
Gesundheitszustand ist. Stammbaum und Impfzeugnis müssen beim
Kaufvertrag dabei sein. Die Adresse eines guten Züchters erfährt man
am besten über den ÖVEK, den Österreichischen Verband für die Zucht
und Haltung von Edelkatzen, 1090 Wien, Liechtensteinstraße 126,
Telefon +43 (0)1 / 319 64 23.
Achtung bei
"Okkasionskäufen" aus dem Ausland, vor allem aus den ehemaligen
Ostblockstaaten: Hier war in der Vergangenheit der "günstige" Preis
nur zu oft auf schlechte Zuchtbedingungen zurückzuführen. Viele
Tiere waren krank. Einen solchen voreiligen Kauf wird man meist
schnell bereuen.
Junge Hauskätzchen
werden auch von Zoofachgeschäften angeboten. Sie sollten ebenfalls
ein aktuelles Impfzeugnis besitzen; und, wie beim Züchter, gilt es
auf die Umstände zu achten, unter denen die Tiere gehalten werden -
also etwa auf die hygienischen Bedingungen.
Wer sich nicht auf
eine bestimmte Rasse kapriziert, sondern nur einfach einen lieben,
schnurrenden Hausgenossen bei sich aufnehmen möchte, kann damit
zugleich ein gutes Werk tun: Die meisten Tierheime sind überfüllt
mit herrenlosen Katzen, die auf einen guten und dauerhaften Platz
warten.
Vor allem für
alleinlebende Senioren ist eine Katze aus dem Tierheim ein idealer
Gefährte: Das oft nicht mehr ganz junge Tier paßt sich der ruhigen
Lebensart des alten Menschen an und bedeutet für ihn eine Aufgabe,
deren Bewältigung ihm Halt gibt und täglich von neuem Befriedigung
bringt.
Auch die Tierecken
der Tageszeitungen bieten immer wieder Katzennachwuchs an, der meist
ungeplant ins Leben gesetzt wurde und nun ein neues Zuhause
benötigt. Diese Tiere bekommt man umsonst oder gegen ein geringes
Entgelt.
Manchmal
beschließen Katzen von sich aus, mit jemandem ihr Leben zu teilen.
Heimatlose Katzen haben offenbar einen Instinkt für Menschen, bei
denen sie es gut haben werden. Wenn so ein jämmerlich jaulendes
Knäuel vor Ihrer Tür sitzt, will es damit zunächst Ihr Herz und dann
Ihr Haus erobern. Sie sollten es nicht enttäuschen.
Der
Computertest
Das IEMT (Institut
für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung) hat ein
Computer-Testprogramm entwickelt, das dem Benutzer ein zu ihm
passendes Heimtier empfiehlt. Es werden jeweils 2 der folgenden 5
Tierarten ausgewählt: Hund, Katze, Kleinnager (Meerschweinchen,
Kaninchen), Fische und Vögel. Es lohnt sich, den Test-Fragebogen
anzufordern, ....
Die kostenlose
Auswertung erhalten Sie nach einigen Tagen per Post.
IEMT Margaretenstr. 70/1/4/15 1050 Wien Tel. +43 (0)1 /
505 26 25 30


Zu einer Katze
kommt man meist auf einem von zwei Wegen: entweder durch eigene
Initiative oder durch "höhere Fügung" - als Präsent, wenn die
Nachbarskatze zu viele Herrenbekanntschaften pflegt, bzw. in Form
eines hilflos-herzergreifenden Wollknäuels vor der Wohnungstür.
Einen Hund hingegen schafft man sich in der Regel gezielt an. Gerade
aus der Variante "unverhofft" entstehen aber häufig die schönsten
und glücklichsten Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Der gute
Wille, "es miteinander zu versuchen", ist schließlich da. Wenn nun
ein Welpe ins Haus kommt, muß man sich beizeiten informieren, was
der kleine Schützling für ein zufriedenes Leben braucht. Materiell
ist das exakt kalkulierbar: Dem Tier kommt es vor allem auf die
menschliche Zuwendung an. Wobei einen die Liebe und Wärme, die es
zurückgibt, ohnehin jeden Aufwand rasch vergessen läßt.
Zugfreier
Schlafplatz
Welpen sind von
Natur aus neugierig und werden daher jeden Winkel der neuen Umgebung
bis ins Detail untersuchen. Dem "Kennenlernen" folgt das
"Besitzergreifen". Das Haus oder die Wohnung sind von nun an ihr
Revier.
Katzen sind
"pflegeleicht" und ziemlich anspruchslos. Neben viel Liebe und
Zärtlichkeit braucht der schnurrende Neuankömmling nicht viel, um
sich in seinem neuen Heim wohlzufühlen. Auch dem Hund, der von
seinem Herrn geliebt wird und innerhalb der Familienhierarchie
seinen festen Platz hat, fehlt nicht mehr viel zu seinem Glück.
Als Erstausstattung
für die Katze sollte man einen nicht zu kleinen Korb mit einer
weichen, waschbaren Einlage besorgen. Ob ihn die Katze dann
tatsächlich als Schlafplatz benützt, entscheidet sie jedoch selbst.
Oft sucht sie sich irgendwo in der Wohnung einen - ihrer Meinung
nach - gemütlichen Fleck und okkupiert ihn. Es kommt aber auch vor,
daß Katzen, die ihren Schlafkorb jahrelang ignoriert haben, diesen
ganz plötzlich zu ihrem Lieblingsplatz erwählen.
Eine Katze braucht
auch einen Reisekorb, sei es, um sie übers Wochenende zu Bekannten
in Kost und Logis zu bringen, oder um mit ihr zum Tierarzt zu gehen.
Erfahrene Katzenbesitzer kaufen von vornherein nur einen Korb - und
erleichtern ihrer Katze durch ein gewohntes Transportmittel die
notwendigen Ausflüge.
Auch Hunde brauchen
einen eigenen Schlafplatz, dessen Standort nicht verändert werden
sollte und der immer sauber und vor Zugluft geschützt sein muß.
Lassen Sie Ihren
Hund niemals auf kaltem Steinboden schlafen, da schmerzhafte Nieren-
und Gelenkserkrankungen die Folge sein können. Empfehlenswert ist
eine vom kalten Fußboden abgesetzte Holzlade oder für erwachsene
Hunde ein Weidenkorb, da diese von Welpen allzugerne zerbissen
werden und Zahnfleischblutungen und Maulverletzungen nach sich
ziehen können. Für Welpen leistet eine kleine Kiste, Schachtel oder
Decke dieselben Dienste. Die Größe der Behausung sollte sich nach
dem ausgewachsenen Tier richten. Eine Hundehütte im Garten muß
ebenfalls seiner Größe entsprechen, gut isoliert und leicht zu
reinigen sein.
Isolieren Sie Ihren
Vierbeiner nicht von "seiner" Familie! Er ist ein Kontakttier und
möchte soviel wie möglich mit seiner "Meute" zusammen sein. Das gilt
vor allem für Jungtiere: Einen von seiner Mutter plötzlich
getrennten Welpen in ein leeres Zimmer zu sperren, ist ganz einfach
Tierquälerei. Das "verlassene" Welpenkind kann dabei sehr leicht
neurotisch werden und vor Verzweiflung seine gerade erlernte
Stubenreinheit vergessen.
Erstausstattung
Neben regelmäßigen
Fütterungszeiten legen Hund und Katze auch Wert aufs eigene
Futtergeschirr. Dieses besteht aus mindestens einer Futter- und
Wasserschüssel, die rutschfest, gut zu reinigen und nicht zu klein
sein sollten. Für Hunde mit langen Ohren gibt es spezielle Gefäße,
die nach oben hin enger werden, damit die Schlappohren nicht ins
Fressen hängen.
Große Bedeutung
kommt der Katzentoilette zu: Katzen sind sehr reinliche Tiere und
nehmen auch in dieser Beziehung Sauberkeit sehr wichtig. Im
Zoofachhandel erhalten sie gute, unzerbrechliche Katzentoiletten, an
die sich die Katze sehr schnell gewöhnt. Das "Örtchen" sollte an
einem ruhigen Platz stehen, an dem die Katze ungestört ihren
Geschäften nachgehen kann. Im Handel gibt es sehr gutes
mineralisches Katzenstreu, das geruchsbindend ist und nicht an den
Pfoten klebt. Neue, besonders hochwertige Produkte müssen nicht mehr
so oft gewechselt werden. Achten Sie aber in jedem Fall auf
"katzengerechte" Hygiene.
Stubenreinheit
Während das
Katzenbaby von Anfang an das Katzenkistchen aufsucht, muß der
Hundewelpe mit Geduld und Konsequenz zur Stubenreinheit erzogen
werden, da er "von Natur aus" nicht weiß, daß er seine Notdurft
nicht im Zimmer verrichten darf. Bei richtiger und konsequenter
Durchführung lernt er das in der Regel in zwei bis drei Wochen.
Tragen Sie Ihren
Liebling nach jeder Mahlzeit und nach jedem Aufwachen ins Freie,
setzen Sie ihn ins Gras oder an den Straßenrand und reden Sie ihm
gut zu, hier sein Geschäft zu erledigen. Hat er das getan, loben Sie
ihn überschwenglich. Er, der seinem Herrn immer Freude bereiten
will, wird bald begreifen, wie er das tun kann.
Eine weitere
bewährte Methode ist auch das ständige Beobachten des neuen
Familienmitgliedes. Durch auffälliges Herumschnuppern am Boden und
durch merkwürdige Kreisbewegungen zeigt der Welpe an, daß er gleich
"muß". Tragen sie ihn dann sofort ins Freie und loben Sie ihn nach
vollbrachter Tat. Sollte es doch einmal ein Unglück geben, bestrafen
oder beschimpfen Sie den kleinen Kerl nicht, er kann es noch nicht
verstehen.
Putzen Sie die
Bescherung weg und besprühen Sie den Platz mit einem Deodorant,
damit es infolge des anheimelnden Geruches nicht zu weiteren
Entleerungen kommt.
Stoßen Sie seine
empfindliche Nase niemals in seine Exkremente. Für seinen überaus
hochentwickelten Geruchssinn bedeutet diese Methode eine Qual, er
kann diese Strafe nicht verstehen, weil er ja sein "Geschäft"
verrichten muß und nur noch nicht weiß, wo.
Mit Geduld, Lob und
Konsequenz klappt es hingegen in kürzester Zeit. Mit speziellen
"Hundesets" - in manchen Städten gibt es hierfür spezielle Automaten
- bestehend aus Sackerl und Schaufel kann ein "Malheur"
umweltgerecht beseitigt werden. Von Kinderspielplätzen und
Sandkisten sind Hunde fernzuhalten.
Für Hunde ist
Hundesteuer zu bezahlen, die als Gemeindesteuer unterschiedlich hoch
und nicht zweckgebunden ist. Erkundigen sie sich in Ihrer Gemeinde
nach den Vorschriften.
Spielzeug und
Kratzbaum
Katzen, die nur in
der Wohnung gehalten werden, brauchen unbedingt einen Kratzbaum, an
dem sie ihre Krallen schärfen können. Im Zoohandel gibt es derartige
Exemplare in jeder Form und Größe - Ihre Vorhänge und Polstermöbel
werden es Ihnen danken!
Vergessen Sie nicht
auf entsprechendes Spielzeug für Wuffl und Miez, wenn Sie Ihre
Einrichtung schonen wollen. Für den Hund muß es groß genug sein,
damit er es nicht verschlucken und stabil genug, daß er es nicht
zerbeißen kann. Im einschlägigen Fachhandel werden "intelligente
Spielzeuge" wie Rahmenball und Beißwurst angeboten. Zur Zahnpflege
dienen spezielle Kauknochen.
Der Spieltrieb der
Katze ist sehr stark entwickelt. Am liebsten spielt sie natürlich
mit "ihren" Menschen und tobt solange herum, bis sie müde ist. Wer
sich nicht ständig mit seiner Katze beschäftigen will oder kann,
sollte für passendes Spielzeug sorgen. Es eignet sich alles, was
raschelt und sich bewegt. Tischtennisbälle oder Wollknäuel sowie
spezielle Spieltiere können die Katze stundenlang beschäftigen.
Zur Fellpflege
benötigen Sie Kamm und Bürste, für Hunde außerdem ein Halsband sowie
Leine oder Brustgeschirr sowie einen Beißkorb.
Katzen sind bei
ihrer Körperpflege sehr gewissenhaft und verbringen täglich einige
Stunden damit. Die ausgiebige Katzenwäsche besorgen sie mit ihrer
rauhen Zunge selbst, der Mensch sollte allerdings mit Kamm und
Bürste dabei behilflich sein. Sonst schluckt die Katze zuviel Haare,
die sie nachträglich wieder herauswürgen muß. Katzengras erleichtert
Ihnen diese Tätigkeit. Vor allem Langhaarkatzen müssen täglich
gebürstet werden, damit ihr Fell nicht verfilzt.
Da junge Hunde
alles anbeißen, was ihnen vor die Schnauze kommt, sind gefährdete
Möbelstücke, Schuhe sowie andere Utensilien möglichst zu entfernen.
Auch giftige Pflanzen, Chemikalien und Waschmittel sowie Stoppeln,
Gummiringe, Nadel und Faden sollten ebenfalls "entsorgt" werden. Was
am Boden steht, sollte standfest und ohne gefährliche Ecken, Spitzen
und Kanten sein.
In einem derart
"tiersicher" gemachten Heim steht einer gemütlichen Zweisamkeit
nichts mehr im Wege.


Das Leben birgt
viele Gefahren. Ein alter Spruch lautet jedoch, daß eine Gefahr, die
man kennt, keine wirkliche Gefahr mehr ist. So ist auch die
segensreiche Wirkung der Impfungen zu sehen. Natürlich kann man sein
Tier nicht gegen alle Gefahren schützen, aber man sollte die
Vorbeugungsmöglichkeit, die wir gegen eine Reihe von todbringenden
Krankheiten haben, konsequent ausnützen und das Tier vollständig und
regelmäßig impfen lassen.
Hunde
Hundewelpen kann
man ab der sechsten Woche gegen Parvovirose(manchmal auch
Katzenseuche genannt) impfen. Der Name Katzenseuche ist in diesem
Zusammenhang ein wenig irreführend, da diese Krankheit nicht von der
Katze auf den Hund - oder umgekehrt - übertragen werden kann. Es
handelt sich dabei nur um ein Virus, dessen naher Verwandter bei der
Katze die ebenfalls „Katzenseuche" genannte Krankheit auslösen kann.
Die Impfung der Welpen gegen Parvovirose wird in der Regel bereits
vom Züchter veranlaßt.
Ab der achten
Lebenswoche sollte der Welpe zusätzlich mit einem
Kombinationsimpfstoff gegen Staupe, Hepatitis und Leptospirose
geimpft werden. Zu diesem Zeitpunkt kann auch eventuell bereits eine
Tollwutimpfung erfolgen, allerdings nur, wenn man sich in einem
Tollwutsperrgebiet befindet (Auskunft darüber gibt der Amtstierarzt
der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde), oder wenn man mit dem
Tier in absehbarer Zeit in das Ausland verreisen will (bei
Grenzübertritt ist bei Hunden, die älter als 3 Monate sind, eine
Bestätigung über die erfolgte Tollwutimpfung vorzulegen - Impfpaß!).
Wichtig: Die
Grundimpfung (Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut) im
Welpenalter ist grundsätzlich nach zwei bis vier Wochen zu
wiederholen, um eine belastbare Immunität zu erzielen. Die
Grundimpfung gegen Parvovirose besteht aus insgesamt drei
Teilimpfungen, wenn die Erstimpfung im Alter von sechs Wochen
erfolgt ist. Gelegentlich wird bei Hunden auch von der sogenannten
8-er Impfung gesprochen. Damit meint man im Prinzip nur die
Vaccinierung gegen die oben erwähnten Seuchen, ergänzt durch
verschiedene Virusstämme - insbesondere gegen Zwingerhusten.
Ist die
Grundimmunisierung des Welpen abgeschlossen, so ist zur
Aufrechterhaltung des Impfschutzes eine jährliche
Auffrischungsimpfung notwendig!
Impfschema:
Version A: wenn
keine besondere Infektionsgefahr besteht
- in der 8. bis
10. Lebenswoche: Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose
und Tollwut
- nach weiteren
3 bis 4 Wochen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und
Tollwut
- danach alle 12
Monate Auffrischungsimpfung (8-er Impfung)
Version B: bei
hohem Infektionsdruck
- in der 6.
Lebenswoche erste Parvovirose
- in der 8. bis
10. Lebenswoche zweite Parvovirose, erste Staupe, Hepatitis und
Leptospirose
- in der 14.
Lebenswoche dritte Parvovirose, zweite Staupe, Hepatitis und
Leptospirose, erste Tollwut
- in der 16. bis
18. Lebenswoche zweite Tollwut
- danach alle 12
Monate Auffrischungsimpfung (8-er Impfung)
Katzen
Bei Katzen stehen
uns bewährte Impfstoffe gegen Katzenseuche+Katzenschnupfen, Leukose
und Tollwut zur Verfügung. Seit nicht allzu langer Zeit gibt es auch
eine Impfmöglichkeit gegen die FIP (feline infektöse Peritonitis =
Katzenbauchwassersucht). Bei dieser Impfung wird nicht, wie sonst
üblich, das Serum unter die Haut oder in die Muskulatur injiziert,
sondern in die Nasenlöcher verabreicht. Dadurch versucht man, eine
lokale Immunität an der Eintrittspforte des Virus aufzubauen. Ein
etwa 80-prozentigen Impfschutz gegen FIP kann so erreicht werden.
Impfschema:
Version A: wenn
keine besondere Infektionsgefahr besteht
- in der 8. bis
10. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen und Leukose, (ev.
Tollwut)
- nach weiteren
2 bis 4 Wochen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Leukose, (ev.
Tollwut)
- danach alle 12
Monate Auffrischungsimpfung
Kaninchen
Auch Kaninchen
haben ein Recht darauf, geschützt zu werden - besonders dann, wenn
sie gelegentlich ins Freie dürfen. Gegen zwei gefährliche
Krankheiten gibt es einen Impfstoff. Die erste davon ist die
Myxomatose, eine von stechenden Insekten (Gelsen) übertragbare
Seuche, die zweite ist RHD (Rabbit Hämorrhagic Disease), auch
Chinaseuche genannt, die erst seit etwa 1984 bei uns auftritt.
Meerschweinchen,
Hamster, Schildkröten und Co.
Meerschweinchen,
Hamster, Schildkröten und Co. Für diese Tiere sind derzeit Impfungen
noch nicht üblich, bzw. es sind keine speziellen Impfstoffe
verfügbar.


Dr. med. vet.
Silvia Leugner: Schon als Kind waren für Dr. Silvia Leuger Hunde
und Katzen die liebsten Spielgefährten. So war sie in früher Jugend
bereits Abrichtewartin, aktives Mitglied der Österreichischen
Rettungshundebrigade und Züchterin Deutscher Schäferhunde.
Tierärztin zu werden war daher die nur allzu logische Konsequenz
daraus. Heute genießt sie als Fachtierärztin für Ernährung und
Diätetik einen hervorragenden internationalen Ruf und findet im
Waltham Beratungsdienst für Tierernährung und Diätetik der Fa.
Master Foods Austria in 2460 Bruck/L. als Vetcare Relations und
Diets Activity Manager ihre berufliche Erfüllung. Darüber hinaus
setzt sie sich als engagiertes Gründungs- und Vorstandsmitglied der
Vereinigung Österreichischer Kleintiermediziner (VÖK) für die
hochqualitative Weiterbildung der Tierärzte ein, ist Vizepräsidentin
des Vereines "Tiere als Therapie" (TAT) und Verfasserin der Kolumne
"Tier und Wir" in der Zeitschrift "Medizin Populär".
Das Kapitel "Die
richtige Ernährung in allen Lebensphasen" hat Frau Dr. Leugner
freundlicherweise für meine Homepage zur Verfügung gestellt.
Die Ernährung
von Hunde- und Katzenwelpen
Früher einmal war
alles einfach: Wolf und Wildkatze, die wilden Vorfahren unserer
vierbeinigen Hausgenossen, ernährten sich und ihren Nachwuchs von
dem, was sie bei der täglichen Jagd ergattern konnten. Die Mütter
wußten instinktiv, was für ihre Jungen gut war, und bemühten sich
nach Kräften, es herbeizuschaffen. Wenn das gelang, wuchsen die
Wolfs- und Wildkatzenkinder zu gesunden, kräftigen Wölfen und
Wildkatzen heran. Andernfalls gab es das, was die Biologen einen
"natürlichen Ausleseprozeß" nennen.
Auf ein solches
"Roulettespiel" wollen wir Menschen, die wir heutzutage eine kleine
Katze oder einen Hundewelpen großziehen, uns natürlich nicht
einlassen. Da uns überdies der Instinkt des Muttertieres für die
richtige Futterwahl fehlt, müssen wir uns über die Bedürfnisse des
kleinen Hausgenossen entsprechend informieren.
Was für erwachsene
Hunde und Katzen gilt - daß sie artgerechtes, auf ihre spezifischen
Bedürfnisse abgestimmtes Futter brauchen - gilt natürlich für
Jungtiere um so mehr: So wie Menschenkinder in der Wachstumsperiode
benötigen sie für ihre Entwicklung also im richtigen und
ausgewogenen Verhältnis Nähr- und Aufbaustoffe, Vitamine und
Mineralstoffe in größerer Menge und anderer Zusammensetzung als
erwachsene Artgenossen. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig ist
schädlich.
Unterschiedliche
Anforderungen
Die
Zusammenstellung des richtigen Futters ist schon bei ausgewachsenen
Tieren nicht einfach. So sind Hunde - entgegen weitverbreiteter
Meinung - keine reinen Fleischfresser, sondern brauchen rund ein
Drittel pflanzliches Beifutter, idealerweise in Form von
Hundeflocken, die in der Regel mit den im Fleisch fehlenden
Mineralstoffen angereichert sind. Ihre wilden Vorfahren holten sich
diese zusätzlichen Nährstoffe, indem sie den überwiegend
pflanzlichen Mageninhalt ihrer Beutetiere mitfraßen. Katzen wiederum
haben einen viel höheren Eiweißbedarf als wir Menschen und als die
meisten anderen Säugetiere.
Beim vierpfötigen
Nachwuchs wird die Sache noch etwas komplizierter. Junge Hunde, die
- nach vier bis sechs Wochen - von der Muttermilch entwöhnt sind,
brauchen spezielle Nahrung, die sich durch besonders viel Energie,
Eiweiß, Mineralstoffe (v.a. Kalzium) und Vitamine auszeichnet.
Katzenkinder benötigen noch mehr hochwertiges Eiweiß und Fett als
erwachsene Katzen, ausreichend - aber nicht zuviel - Vitamin A, dazu
noch die Vitamine D und B1 und natürlich ebenfalls Mineralstoffe wie
Kalzium, Phosphor und Jod.
Beifütterung ab
wann?
Während der ersten
Wochen werden Welpen nur mit Muttermilch ernährt. Diese hat einen
hohen Energiegehalt und enthält mehr Eiweiß, Fett und Kalzium als
Kuhmilch. Je nach Milchmenge der Hündin und der Welpenanzahl
benötigen diese ab dem Ende der 3. Woche zusätzliche Nahrung.
Frühzeitiges
Absetzen und Entfernen von den Wurfgeschwistern vor der 4. - 6.
Woche kann zu Verhaltensstörungen führen. So können Welpen, die bis
zum Alter von 10 Wochen keinen menschlichen Kontakt haben, schwer
erziehbare Heimtiere werden. Daher ist menschlicher Kontakt im Alter
von 4 - 10 Wochen von eminenter Wichtigkeit.
Als Beifutter
kommen hochverdauliche, gut verträgliche und schmackhafte
Futtermittel in Frage, die zunächst in flüssig-breiiger Form
angeboten werden. Hierfür stehen spezielle
Milchersatz-Instantpräparate - erhältlich beim Tierarzt, eigene
Futtermischungen (nur bindegewebsarmes Fleisch verwenden) sowie
spezielle "Junior"- Produkte zur Verfügung. Trockenfutter muß
zunächst mit Flüssigkeit (Welpenmilch oder Wasser) angerührt werden.
Feuchtalleinfutter kann mit einem Flocken- oder Mixerprodukt im
Verhältnis von 3 - 4 : 1 gewichtsmäßig vermischt werden. Im Alter
von 2 - 3 Monaten ist auf ein Mischungsverhältnis von 3 - 2 : 1
überzugehen.
Spezielle
Welpen-/Jungtierfertigfutter bedürfen keiner zusätzlichen
Nährstoff-, Mineralstoff- (wie z.B. Kalzium) und Vitaminbeigabe, da
in derartigen Produkten alle erforderlichen Nährstoffe optimal
enthalten sind und eine zusätzliche Supplementierung dieses
Gleichgewicht stören würde. Vor kritikloser Mineralstoff- und
Vitaminapplikation ist zu warnen, da Überdosierungen mit Kalzium,
den Vitaminen A und D relativ häufig vorkommen und zu nachhaltigen
Schäden führen.
Das erste Beifutter
wird mit einer Temperatur von 35 - 37° C in einer flachen mit Butter
bestrichenen Schale angeboten. Sollte sich der Welpe nicht dafür
interessieren, tupft man etwas auf seine Schnauze oder stellt ihn
auf die Schale. Durch Belecken der Vorderextremitäten wird die
Futteraufnahme erlernt und die anderen werden diesem Beispiel
folgen.
Die Futtermenge
richtet sich nach dem Appetit der Welpen. Aufgrund der
unterschiedlichen Milchmengenproduktion des Muttertieres kann man
keine exakten Mengenangaben machen. Als Faustregel gilt: 5-10 g
Beifutter je kg Körpergewicht zu Beginn bzw. 20-30g/kg gegen Ende
der Säugeperiode (ca. sechs Wochen). Die Futtermenge muß zügig
aufgenommen werden, ansonsten wird die nächste Mahlzeit reduziert.
Kleine Portionen, damit der Magen nicht überladen wird (4 - 5
Mahlzeiten am Tag) anbieten.
Sollten sich
Störungen einstellen (wie Erbrechen, Durchfall, Veränderung der
Kotkonsistenz), wird die Futtermenge sofort reduziert oder die
Beifütterung 1/2 - 1 Tag ausgesetzt. Elektrolytdrinks auf Basis von
Traubenzucker und Elektrolyten sind in dieser Phase empfehlenswert.
Die richtige Beifutterdosierung ist an der Gewichtsentwicklung der
Welpen ersichtlich.
Die kleinen Hunde
werden zunächst viermal pro Tag gefüttert, bei Katzenbabies mit
ihren besonders kleinen Mägen beginnt man mit sechs Mahlzeiten
täglich. Diese Frequenz wird sukzessive verringert, bis der
"normale" Fütterungsrhythmus (ein- bis zweimal täglich für den Hund,
zweimal für die Katze) erreicht ist. Daß die rasch wachsenden
Jungtiere im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht ein vielfaches der
Futtermenge ihrer ausgewachsenen Artgenossen vertilgen, ist
ebenfalls ein wesentlicher Entwicklungsfaktor.
Zum Glück wird der
Tierbesitzer bei der Futterzusammenstellung für seinen Liebling
nicht alleingelassen. Zahlreiche Ratgeber, von der einfachen
Broschüre bis zum mehrere hundert Seiten starken Bildband,
vermitteln die erforderlichen Kenntnisse. Was dann an Fragen noch
offenbleibt, beantwortet der Tierarzt, den man sowieso jedes Jahr zu
Auffrischung der notwendigen Schutzimpfungen aufsuchen muß sowie
spezielle Tierernährungs-Hotlines.
Alternative
Fertigfutter
Wer jedoch von
vornherein auf Nummer sicher gehen und sich überdies die aufwendige,
meist auch "geruchsintensive" Zubereitung ersparen will, findet im
Handel heute eine Riesenauswahl an Fertigfutter als Dosen- oder
Trockenfutter in verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen, so
daß auch für ausreichend Abwechslung gesorgt ist. Hier muß man sich
nicht selbst den Kopf zerbrechen, denn als "Alleinfutter"
deklarierte Produkte sind bereits artgerecht und ausgewogen
vorgemischt, die Futtermengen sind exakt vorgegeben. Dafür
garantiert nicht zuletzt die strenge österreichische
Futtermittelverordnung.
Auch für die
speziellen Bedürfnisse von Hunde- und Katzenkindern gibt es
inzwischen bereits eigene Junior-Futtermischungen mit den erwähnten,
für das Wachstum erforderlichen Nähr- und Aufbaustoffen. Eine alte
Züchterweisheit sagt: "Am Fressen des Welpen darf nicht gespart
werden. Wer hier spart, der spart am falschen Platz."
Die Ernährung
von Jungtieren
Die
Nahrungsansprüche wachsender Welpen (bis zur 8. Lebenswoche) und
Jungtieren (3.-9. Lebensmonat) verändern sich im Laufe ihrer
Entwicklung erheblich. Für die Gesundheit und Lebenserwartung ist
die Aufzucht von entscheidender Bedeutung. Fütterungsfehler in
dieser Phase führen oft zu irreparablen Schäden. Nach der Entwöhnung
wachsen die Hundewelpen sehr schnell weiter und der Futterbedarf
ist, auf die Gewichtseinheit bezogen, etwa 2-3 mal bei Katzenwelpen
sogar 3-4 mal so hoch wie bei einem erwachsenen Tier. Der Zeitpunkt,
zu dem Sie die Häufigkeit und Menge des Futters ändern müssen, hängt
von der Rasse Ihres jungen Tieres ab und ist individuell
verschieden. Kleine Rassen, Zwerghunde und Katzen erreichen ihr
Erwachsenengewicht schon nach 6-9 Monaten, während sehr große Rassen
wie z.B. Doggen erst nach 18-24 Monaten voll ausgewachsen sind.
Während
Katzenkinder nach Bedarf freien Zutritt zum Futter haben sollten,
müssen Junghunde exakt laut Bedarf gefüttert werden.
Eine freie
Futteraufnahme bei großwüchsigen Rassen mit energie- und
eiweißreicher Kost bedingt nämlich eine zu schnelle
Wachstumsgeschwindigkeit mit Problemen am Skelett, ein zu schnelles
Erreichen des Endgewichtes sowie frühzeitige Verfettung mit allen
nachteiligen Folgen.
Der Kalzium- und
Phosphorversorgung kommt im Hinblick auf die Skelettentwicklung
besondere Bedeutung zu, wobei diese v.a. im 3. und 4. Lebensmonat
besonders hoch sein sollte. Vor Überdosierungen (mehr als 1 - 1,5 g
Ca/kg KG/Tag) und unkritischen Ergänzungen ist jedoch zu warnen.
Bis zum Erreichen
von 40% des Endgewichtes (2.- 4. Monat) haben Jungtiere den
doppelten, von 40 - 80% des Endgewichtes (4.-8. Monat) den
1,5fachen, von 80-100% (8.-12. Monat) den 1,2fachen Erhaltungsbedarf
eines gleichschweren, ausgewachsenen Tieres.
Jungtiere im
dritten Monat erhalten zunächst drei, Zwergrassen ab dem 6. Monat
und Riesenrassen vom 9.-12. Monat nur noch zwei Mahlzeiten am Tag.
Die Häufigkeit der Fütterungen hängt von der Rasse und der
Energiedichte des Futters ab.
Für die
Rationsgestaltung gilt sinngemäß dasselbe wie für Welpen, wobei der
unterschiedliche Bedarf am besten in speziellen "Junior"-Produkten
abgedeckt ist.
Die Ernährung
von erwachsenen Hunden und Katzen
Während es früher
üblich war, Speisereste an Hunde und Katzen zu verfüttern bzw.
ausschließlich Fleisch, weiß man heute, daß diese veraltete
Ernährungsform unzureichend ist, ja auf Dauer gesehen sogar schadet.
Wissenschaftliche
Untersuchungen haben sehr genau gezeigt, welche Nährstoffe Hund und
Katze exakt benötigen: Gesunde und somit ausgewogene Hunde- und
Katzennahrung muß mindestens 22 bzw. 29% Eiweiß, 10-15% Fett, 5-10%
Mineralstoffe, 3-5% Rohfaser sowie beim Hund 33-50% Kohlenhydrate
enthalten. Diese Zusammensetzung ist bei Fertigfutter in Dosen,
Schalen oder im Paket optimal berücksichtigt.
Hund und Katze sind
Beutetierfresser und stürzten sich zuerst auf den vorverdauten
Magen-Darminhalt, der pflanzlichen Ursprunges war. Durch die
Aufnahme kleinerer Knochen deckten sie auch ihren Kalziumbedarf.
Heutzutage haben
unsere Heimtiere nicht mehr die Möglichkeit der herkömmlichen
"Beuteaufnahme" und sind daher zur Gänze von ihren Besitzern
abhängig, die wiederum exakte Kenntnisse über Bedarf und
Inhaltsstoffe des Futters haben müssen, um ihr Tier auch tatsächlich
richtig und damit gesund ernähren zu können.
Die Verfütterung
von Speiseresten ist ungesund, einseitige Fleischfütterung führt zum
sogenannten "Nur Fleisch Syndrom". Haarausfall, dauerndes Haaren,
langsames Umhaaren, Juckreiz (durch Eiweißüberschuß!),
Schuppenbildung, Ekzeme, Allergien, mattes glanzloses Fell,
chronische Leber- und Nierenschäden, unkorrekte
Gliedmaßenstellungen, durchtrittige Pfoten, Knochenbrüche sowie
Zahnausfall im Alter können die Folge sein. Wird nun zu derartigen
unausgewogenen Rationen noch Vitamin D (wie z.B. Lebertran)
verabreicht - wie dies v.a. bei großen Rassen gerne getan wird - so
kommt es zu einer Verstärkung der Mangelsymptome am Skelett. Wird
diese Ernährung nicht rechtzeitig korrigiert, sind die Schäden auf
Dauer vorhanden.
Wer sein Tier
selbst "bekochen" will, muß nun exakt oben erwähnte Erfordernisse
erfüllen, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.
Fleischnebenprodukte sollten aus hygienischen Gründen (Bakterien,
Parasiten) gekocht und mit Ergänzungsfutter wie z.B. Flocken oder
Mixer im Verhältnis von 2 : 1 gemischt werden. Bei der Verwendung
von Reis, Kartoffeln oder Teigwaren als Beifutter ist eine
Mineralstoff- und Vitaminergänzung erforderlich. Der Kalziumgehalt
sollte dabei ca. 1% betragen, das Kalzium:Phosphor-Verhältnis
1,2-1,4 : 1. Schweinefleisch sollte wegen der Gefahr des
"Aujesky-Virus" nie ungekocht verabreicht werden. Katzen dürfen
nicht zuviel Leber erhalten - pro Woche maximal ein Stück - um einer
"Vitamin-A-Vergiftung" vorzubeugen.
Untersuchungen
haben gezeigt, daß Tiere, die selbst zubereitetes Futter erhielten,
infolge der überhöhten Kalorienzufuhr vermehrt übergewichtig waren
und eine kürzere Lebenserwartung aufwiesen. Um all diesen oft
schwerwiegenden Problemen vorzubeugen, ist es am zweckmäßigsten und
auch am einfachsten, ein ausgewogenes Fertigfutter, welches alle
erforderlichen 52 Nährstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente und
Vitamine im richtigen Verhältnis enthält, die das Tier täglich
braucht, zu verwenden.
Denn auch auf die
Ausgewogenheit der Inhaltsstoffe eines Futtermittels kommt es an.
Ein gut gemeintes Zuviel an Kalk (= Kalzium) wird nicht vermehrt im
Kot ausgeschieden, sondern hemmt auch Zink, was wiederum für ein
intaktes Haut- und Haarkleid wesentlich ist. Haut- und Haarprobleme
sind die Folge.
Der aktuelle
Ernährungstrend geht daher immer mehr zu Fertigfutter. Und dies
nicht nur bei Zucht-, Leistungs- und Ausstellungstieren, bei denen
ein besseres Fell oder eine robustere Kondition und Konstitution für
Siege bei Ausstellungen, Turnieren, Schlittenhunderennen bzw.
Zuchterfolge Voraussetzung sind. Fertigfutter steht unter strengster
tierärztlicher Kontrolle und wird nach den neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen hergestellt.
Bei Fertigfutter
unterscheidet man zwischen Alleinfutter in der Dose oder als
Trockenfutter, Ergänzungsfutter (wie z.B. Flocken) und Beifutter
(z.B. Snacks). Für Welpen gibt es spezielles "Junior"-Futter, für
ältere Hunde ein "Senior"-Produkt und für Leistungshunde "Energy"
Varietäten. Neueste Produktinnovationen ermöglichen Futtermittel,
die eine erhöhte Immunabwehr, verbesserte Fellkondition und ideale
Kotkonsistenz bewirken.
Bezüglich
Futtermenge sind die Angaben des Herstellers, die als Richtwerte
gelten, entsprechend zu berücksichtigen und auf den Individualbedarf
zu adaptieren.
Als Faustregel
gilt: Die Futtermenge beträgt 2% der Futtertrockensubstanz bezogen
auf das Körpergewicht. D.h. eine 4 kg schwere Katze benötigt täglich
ca. 300g Dosenfutter oder 80g Trockenfutter. Ein 20 kg schwerer Hund
300g Trockenfutter, 1,2 kg Dosenfutter oder 400g Dosenfutter und
200g Flocken. Je kleiner das Tier, desto höher ist die Futtermenge
im Vergleich zum Körpergewicht. Bei Trockenfütterung ist der
Wasserbedarf erhöht, daher muß frisches Trinkwasser jederzeit zur
Verfügung stehen. Der Flüssigkeitsbedarf je kg Körpergewicht beträgt
30-50 ml, wobei bei Dosenfutter bereits 80% davon durch das Futter
abgedeckt sind.
Sie sehen also:
Richtige Ernährung, v.a. mit Fertigfutter, ist gar nicht so
schwierig, aber dennoch sollte das Sprichwort von Prof. DDr. Konrad
Lorenz nicht außer acht gelassen werden, das besagt: "Die richtige
Ernährung unserer vierbeinigen Freunde ist eine Kunst und Kunst
kommt von Können und nicht von Wollen, denn sonst müßte es Wulst
heißen!"
Gesunde
Ernährung von Leistungshunden
Leistungshunde
benötigen eine andere Futterzusammensetzung als Wohnungshunde. Daher
gibt es bei Tierärzten, Züchtern, Abrichtevereinen und Zoohandlungen
Spezialfutter für diese Tiere.
Zur
Arbeitsleistung, wie dies bei Sport- und Schlittenhunden sowie
Rennhunden der Extremfall ist, zählt v.a. auch die Zuchtleistung. So
ist der Nährstoff- und Energiebedarf bei trächtigen und säugenden
Hündinnen sowie wachsenden Welpen unterschiedlich hoch.
Während die
Futtermenge in der ersten Hälfte der Trächtigkeit gleich bleibt,
wird diese im zweiten Abschnitt kontinuierlich auf das 1 1/4 bis 1
1/2 fache erhöht.
Die Zusammensetzung
des Futters muß dieser speziellen Situation angepaßt werden. D.h.
ein eiweiß-, energie- und fettreiches Futter, angereichert mit
Mineralstoffen (v.a. Kalzium) und Vitaminen, ist hier erforderlich.
Bei Milchknappheit der Mutterhündin gibt es beim Tierarzt spezielle
Milchersatzpräparate sowie Rekonvaleszenten-Diäten, die exakt dem
Nährstoffprofil der Hundemilch entsprechen und gerne angenommen
werden.
Welpen benötigen
infolge des rapiden Wachstums in den ersten Monaten einen erhöhten
Bedarf an Aminosäuren, den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K
sowie Kupfer, einen erhöhten Fettgehalt sowie ein ausgewogenes
Kalzium : Phosphor-Verhältnis. Der Futterbedarf im ersten halben
Jahr beträgt das Doppelte, bis 18 Monate das 1,5fache eines
ausgewachsenen Tieres. Um dem Rechnung zu tragen gibt es bis zu 6
Monaten "Junior 1" mit kleineren Stückchen und ab dieser Zeit bis zu
18 Monaten "Junior 2" mit etwas größeren Brocken.
Schlitten- und
Leistungshunde haben einen unterschiedlichen Bedarf. Während bei
Rennhunden der leicht verfügbare Glukoseanteil erhöht sein sollte,
brauchen ausdauernde Schlittenhunde einen Mehrbedarf an Fett und
somit Energie. Eine Anreicherung mit B-Vitaminen unterstützt die
Energiefreisetzung. Die Formulierung "Energy" ist somit für
Leistungshunde und trächtige und säugende Hündinnen größerer Rassen
besonders gut geeignet.
Im Anschluß an ein
Gewichtsreduktionsprogramm sowie für zu Übergewicht neigende Rassen
gibt es ein "Light"-Produkt mit reduziertem Energie-, Fett- und
Eiweißgehalt. Dieses Produkt ist auch für magen-darmlabile und
ältere Tiere gut geeignet.
Für allergische,
magen-darmanfällige und zu Durchfällen neigende Hunde bietet
"Sensitive", bestehend aus Lammfleisch und Reis ohne Farb- und
Konservierungsmittel, als Dauerfutter das Mittel der Wahl.
Mit dieser
"Lifestyle"-Ernährung (gibt es als "Kitten Growth", "Adult",
"8-Plus" und "Less Active" auch für Katzen) können Sie Ihr Tier
bedarfsgerecht und optimal ernähren. Denn optimale Kondition und
Konstitution, schönes Fell, kräftige Knochen und gesunde Verdauung
bei idealer Kotbeschaffenheit sind Voraussetzung für Bestleistungen
sowie gesundes und langes Leben. Denn nur gesunde Tiere machen
Freude.
Ernährungstips
für ältere Hunde und Katzen
Der Alterungsprozeß
beginnt sowohl bei Hunden als auch bei Katzen mit 5 bis 7 Jahren und
geht mit charakteristischen Veränderungen einher. Differenzierte
Leistungsanforderungen, verschiedene Haltungsbedinungen und
Ernährungsformen spielen eine wesentliche Rolle. Beim Hund haben
mittelgroße Rassen in der Regel eine höhere Lebenserwartung als
Riesen und Zwerge. Der aufmerksame Tierhalter, der seinen Hund
und/oder seine Katze kennt und dauernd beobachtet, merkt daher
selbst am besten, wann Temperament und Bewegungslust seines Tieres
nachlassen und ein erhöhtes Ruhebedürfnis einsetzt.
Die
Alterungsvorgänge, die sich äußerlich durch Ergrauen dunkel
pigmentierter Haare v.a. am Kopf ankündigen, führen zu einer
Reduzierung der Zahl und Größe von Zellen in den verschiedenen
Geweben und damit zu einem geringen Stoffumsatz sowie zu einer
verminderten Nährstoffspeicherkapazität. Weiters kann die
Leistungsfähigkeit einzelner Organe, insbesondere des
Verdauungskanales, zurückgehen.
In der Folge einige
Tips für Tierhalter, um sich auf die geänderte Situation besser
einstellen zu können:
Ältere Tiere
benötigen rund 20% weniger Futter als jüngere, da ihre spontane
körperliche Aktivität nachläßt. Die Freßlust nimmt ab; der Bedarf an
qualitativ hochwertigem Eiweiß steigt. Berücksichtigen Sie das bei
der Ernährung Ihres Tieres. Im Handel ist speziell auf die Ernährung
älterer Tiere abgestimmtes "Senioren" Futter erhältlich.
Light-Produkte zur Verhinderung von Übergewicht führt Ihr Tierarzt.
Die Verweigerung
der einen oder anderen Mahlzeit ist unbedenklich, hat Ihr Tier
jedoch längere Zeit hindurch keine Lust zu fressen, unbedingt mit
ihm zum Tierarzt! Er kann feststellen, ob das Tier krank ist oder
einfach beginnt, den eigenen Bedarf auf den verringerten
Stoffwechsel umzustellen. Für kranke Tiere gibt es bei Ihrem
Tierarzt schon spezielle Diätfuttermittel für die verschiedensten
Erkrankungen wie z.B. Leber-, Nieren-, Magen-/Darm-,
Herzerkrankungen oder Diabetes, die v.a. im Alter zunehmen.
Es ist auch
empfehlenswert, dem älteren Tier das Futter nicht in einer Portion
zu servieren, sondern aufgeteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten.
Ältere Hunde vertragen auch überhaupt keine Knochen mehr! Spezielle
Snacks sind zu bevorzugen.
Erkrankungen in der
Mundhöhle wie Zahnstein, Parodontose und Zahnfleischentzündungen
treten im Alter häufiger auf und gestalten das Fressen mitunter sehr
schmerzhaft, so daß die Futteraufnahme auf ein Minimum reduziert
oder überhaupt ganz eingestellt wird. Flüssig-/ Instant- und
Dosendiäten erleichtern die Nahrungsaufnahme.
Auch Tiere
brauchen Diätfutter - Diät als Teil der Therapie
Diät ist mehr als
eine Abmagerungskur. Diät ist eine spezielle Form der Ernährung,
eine bestimmte Zusammenstellung der täglichen Kost, die verschieden
ist von jener gesunder Tiere, nämlich exakt abgestimmt auf die
Bedürfnisse Erkrankter.
Gezielt vom
Tierarzt verschrieben, ist eine Diät ein wichtiger Teil der
Therapie. Denn kranke Tiere benötigen eine andere Nahrung als
gesunde.
Heute ist allgemein
bekannt, daß eine ausgewogene Ernährung die Basis für ein gesundes
Leben darstellt. Wenige wissen jedoch, daß über die Nahrung
Krankheiten auch positiv beeinflußt werden können. Denn Erkrankungen
verursachen oft Stoffwechselstörungen, die - bleiben sie
ernährungsmäßig unberücksichtigt - nachhaltige Wirkungen auf den
Krankheitsverlauf haben können. Ein Diätfutter ist daher speziell
auf die vorhandenen oder zu erwartenden Stoffwechselsituationen
optimal eingestellt. Eine Diät unterstützt den Heilungsverlauf,
beseitigt oder schwächt Beschwerden bei chronischen Erkrankungen ab
und kann sogar eine Wiederkehr bestimmter Krankheiten verhindern.
Grundlage diätetischer Maßnahmen sind wissenschaftlich fundierte
Erkenntnisse über die Ernährung gesunder Tiere. Die Diätvorschriften
weichen dann in der Regel von diesem "normalen" Futter ab.
Diätfuttermischungen zielen auf die Beseitigung, Abschwächung oder
Vorbeugung abnormer oder krankhafter Körperzustände. Sie kommen vor
allem bei Nierenerkrankungen, Übergewicht (Fettsucht),
Hauterkrankungen (Allergien), Magen- / Darmerkrankungen, mutterloser
Aufzucht, Leber- und Pankreaserkrankungen, Zuckerkrankheit
(Diabetes), Harnsteinen und Herzerkrankungen zum Einsatz. Bei
chronischen Krankheiten muß die Ernährung auf Dauer umgestellt
werden.
Diätfutter muß
besonders gut schmecken
Wer es bereits
selbst versucht hat, kennt die Problematik: Selbstbereitete
Krankenkost schmeckt nach nichts! Einen menschlichen Patienten kann
man durch vernünftiges Zureden zum Essen bewegen, ein Tier nicht.
Diätfutter muß daher zweierlei Anforderungen erfüllen. Es muß den
veränderten Bedarf an Nährstoffen sicherstellen und besonders
schmackhaft sein. Es muß nicht nur dem therapeutischen Zweck gerecht
werden, sondern auch der Akzeptanz durch das kranke Tier.
Die Ernährung
bei Nierenkrankheiten
Klinische
Leitsymptome sind vermehrter Durst und Harnabsatz, Austrocknung
(v.a. bei der Katze) und Erbrechen. Das Ziel diätetischer Maßnahmen
bei Nierenkrankheit ist darin zu sehen, eine der gestörten
Ausscheidungsfunktion der Nieren angepaßte Zufuhr von Eiweiß,
Elektrolyten und Wasser sicherzustellen. Weiters ist die
Phosphorzufuhr entsprechend zu reduzieren, was durch Fütterung von
Low Phosphorus Low Protein Diäten gewährleistet ist.
Die Ernährung
bei Fettsucht
30% aller Hunde
sowie 9% aller Katzen sind übergewichtig. Durch Verminderung der
Nahrungsaufnahme wird das Mißverhältnis zwischen Energiezufuhr und
-verbrauch beseitigt. Vermehrte Bewegung unterstützt den Erfolg. 60%
des Erhaltungsbedarfes bezogen auf das Sollgewicht bewirken eine ca.
5%ige Gewichtsabnahme, d.h. beim Hund 0,5 - 1,5 kg/Woche, bei der
Katze 0,1 kg. Abmagerungsdiäten sind ernährungsphysiologisch
ausbalanciert, energiearm, fettarm, rohfaserreich und enthalten eine
um ca. 40% geringere Energiedichte als herkömmliche Futtermittel.
Der Erhaltungsbedarf an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen muß
bei Reduktionsdiäten jedoch abgedeckt werden, da es sonst zu
Mangelerscheinungen kommt. Als Abmagerungsdiäten kommen Fertigfutter
mit reduziertem Kaloriengehalt bzw. spezielle Low Calorie Diets in
Frage.
Die Ernährung
bei Futtermittelallergie
Während die
Ursachen noch weitgehend ungeklärt sind, sind Allergien im Zunehmen
begriffen. Es handelt sich dabei um eine Überempfindlichkeit des
Körpers gegenüber bestimmten Stoffen (zumeist ein bestimmtes
Eiweiß), die normalerweise gut vertragen werden. Derartige Allergien
sind zumeist auf die Haut oder auf den Magen-/ Darmbereich
(Erbrechen, Durchfall) beschränkt.
Es kommt innerhalb
von Minuten oder Stunden – oft erst von Tagen – zu starkem Juckreiz
mit Rötungen, Schwellungen, Schuppenbildung und Entzündungen im
Kopf-/Halsbereich oder Schwellung der Lidbindehäute und Rötung des
äußeren Gehörganges. Eine Futtermittelallergie ist unabhängig von
Rasse und Jahreszeit und prinzipiell gegen alles möglich. Meist
erkrankt nur ein Tier je Gruppe. Vor allem Milch, Fleisch von Rind
und Schwein sowie Weizen sind häufige Auslöser.
Die Diagnose wird
mittels Eliminationsdiät (die den verursachenden Bestandteil nicht
enthält und idealerweise noch nie gefüttert wurde!) gestellt. Da
dies in der Praxis oft nicht leicht ist, greift man auf kommerzielle
Anti-Allergiediäten zurück, die aus nur einer definierten Eiweiß-
und Kohlenhydratquelle bestehen wie z.B. Selected Protein Diets auf
Basis Huhn und Reis oder Fisch und Maniok, die als Alleinfutter
zeitlebens verabreicht werden können.
Als
Anschlußtherapie oder Alternative kann "Sensitive" auf Basis Lamm
und Reis probiert werden. Eine Besserung erfolgt in der Regel nach 3
- 5 Tagen. Ein gänzliches Verschwinden der Symptome nach 2 - 3
Wochen. Daher sind derartige Eliminationsdiäten mindestens 3 - 9
Wochen zu verabreichen. Und wer es genau wissen will, wogegen sein
Tier allergisch ist, versuch im Anschluß an die Diät in
wöchentlichen Abständen eine Provokationsdiät mit verschhiedensten
Inhaltsstoffen. Das allergieauslösende Futter ist lebenslang vom
Futterplan zu streichen.
Die Ernährung
bei Verdauungsstörungen (Durchfall)
Durchfall kann vom
Dünndarm oder vom Dickdarm ausgehen und akut oder chronisch sein.
Die Ursachen sind mannigfach. Neben ernährungsbedingten Störungen
kommen Infektionskrankheiten, Parasiten, Störungen der Darmbewegung,
Fermentmangel, giftige Substanzen, Futterunverträglichkeit,
Allergien oder Organstörungen in Frage. Auch Erschöpfung,
Überhitzung und Streß können Durchfall verursachen.
Schlachtabfälle,
unaufgeschlossene Kohlenhydrate, Milch, Weizen, zu heißes oder zu
kaltes Futter und unhygienische Futterbeschaffenheit sind weitere
Ursachen.
Die diätetischen
Maßnahmen sind den Ursachen entsprechend abzustimmen. Allgemein
sollten unverträgliche Nahrungsbestandteile sofort eliminiert werden
(z.B. Milch, Schlachtabfälle, Eiklar, usw.). Die Tiere sollten
weiters 48 Stunden fasten (Trinkwasser zur freien Verfügung und bei
starkem Durchfall und Erbrechen mit Kochsalz (2-3g/l) bzw. anderen
Elektrolyten versetzen!). Weiters dienen schwarzer Tee oder
Kamillentee mit 2-3% Traubenzucker versetzt als Flüssigkeitsersatz.
Nach der Fastenperiode wird eine leichtverdauliche Diät mit
hochverdaulichem Protein und Fett mit rohfaserarmen Kohlenhydraten,
angereichert mit Mineralstoffen und Vitaminen, zunächst 3-4
Portionen täglich, eingesetzt.
Für
Verdauungsstörungen, Durchfall sowie Erkrankungen der
Bauspeicheldrüse ist Canine Low Fat Diet besonders geeignet. Das
Diätfutter besteht aus hochverdaulichen Proteinen, wenig Fett (max.
5%) und rohfaserarmen Kohlenhydraten und ist mit Mineralstoffen und
Vitaminen angereichert. Als Alleinfutter kann es lebenslang
verabreicht werden.
Eine Erkrankung der
Bauchspeicheldrüse ist erblich bedingt und tritt besonders häufig
bei großen Rassen, v.a. beim Deutschen Schäferhund, auf. Die Hunde
zeigen Heißhunger, nehmen aber nicht zu und sind äußerst mager. Es
kommt zum häufigen Absatz großer Mengen lehmfarbenen, blasig
durchsetzten und säuerlich riechenden Kotes. Die Krankheit kann
mittels Diät und eventueller Enzymzusätze wirkungsvoll behandelt
werden.
Bei chronischen
Dickdarmerkrankungen (Kolitis), erkennbar an dauerndem Kotpressen
und häufigem Absetzen kleiner Klumpen mit schleimigen Beimengungen
sowie bei Verstopfung, Magen-Darmbewegungsstörungen, erhöhten
Blutfettwerten und auch bei Zuckerkrankheit (=Diabetes) ist Canine
High Fibre Diet, die eine optimale Mischung an löslicher und
unlöslicher Rohfaser aufweist, empfehlenswert.
Bei
Lebererkrankungen und Kupferspeicherkrankheit beim Hund gibt es
Canine Hepatic Support Diet.
Bei allergisch
bedingten Magen-Darmstörungen wird die Anti-Allergiediät Canine
Selected Protein Diet, welche gluten-, laktose- und sojafrei ist und
ausschließlich aus Hühnerfleisch und Reis bzw. Fisch und Maniok
besteht, empfohlen. Jetzt neu auch als Trockenfutter Capelin &
Tapioca erhältlich.
Für
magen-darmlabile oder nervöse Tiere, die immer wieder zu Durchfall
neigen sowie für Katzen mit Diabetes-, Leber- und
Pankreaserkrankungen ist als allgemeine Schonkost, die mäßig fett-
und eiweißreduziert ist, Conditioning Diet als Mittel der Wahl zu
empfehlen.
Die Ernährung
bei Harnsteinen (F.L.U.T.D. - Feline Lower Urinary Tract Disease)
F.L.U.T.D. ist eine
multifaktorielle Erkrankung unbekannter Ursache, die sich durch
Anhäufung von Harnsteinen (vornehmlich Struvit) im unteren Harntrakt
und/oder sterile Blasenentzündung manifestiert. Eine Reihe von
Faktoren wie Infektionen, Haltungsform, Kastration sowie Ernährung
wurden als auslösende Faktoren diskutiert.
Als Diäteinflüsse
gelten der Wasser- und Mineralstoffgehalt (v.a. Magnesium und
Phosphor) sowie die Verdaulichkeit der Ration, die
Fütterungsmethodik und der Einfluß der Ration auf den pH-Wert des
Harns. Als Harnsteindiät empfiehlt sich eine steinauflösende sowie
prophylaktisch wirkende Low pH Control mit reduziertem P- und
Mg-Gehalt, die einen pH-Wert von £ 6,4 aufrechterhält und über 10
bis 12 Wochen ausschließlich gefüttert wird. Als weitere Maßnahme
wird empfohlen, herkömmliches Futter zur Harnverdünnung mit 1% zu
salzen. In Markenkatzentrockenfutter ist diese Maßnahme bereits
berücksichtigt.
Die Ernährung
bei Herz-/Kreislauferkrankungen
Chronische
Herz-Kreislauferkrankungen sind mit einer Zurückhaltung von Natrium
im Organismus verbunden, wobei die tägliche Nahrung unter
Berücksichtigung des klinischen Gesamtbildes natrium- und somit
kochsalzarm sein soll. Da die üblichen Komponenten von
Fleischfresserrationen wie z.B. Nebenprodukte der Fleischerei sowie
verschiedene Getreidesorten natriumarm sind, ist diese diätetische
Forderung leicht zu erfüllen. Kochsalz und Mineralstoffmischungen,
Innereien, Karotten, ganz Eier und gesalzene Futtermittel sind zu
vermeiden. Spezielle Low Sodium Diets garantieren neben einer hohen
Energiedichte niedrige Natrium-Gehalte.
Als
Flüssigdiäten stehen zur Verfügung:
Für die mutterlose
Aufzucht von Hunde- und Katzenwelpen oder als Zusatznahrung für
trächtige, säugende oder anders geschwächte Tiere ist Feline /
Canine Milk Substitute Instant Diet ideal. Sie wirkt stabilisierend
für die Darmflora und kann als Allein- oder Ergänzungsfutter
regelmäßig verabreicht werden.
Für Hunde und
Katzen, die eine leicht verdauliche Flüssignahrung benötigen, z.B.
nach Operationen, Impfungen, Infektionen, Verletzungen, etc. steht
Feline / Canine Concentration Instant Diet zur Verfügung. Sie kann
als Alleinfutter oder Zusatznahrung zeitlebens verabreicht werden.
Als Kräftigungsdiät für Leistungs- und Zuchttiere auch als Dosendiät
erhältlich.
Feline / Canine
Electrolyte Instant Fluid Diet ist eine Traubenzucker-Glukoselösung,
die bei Austrocknung nach Erbrechen, Durchfällen sowie Operationen
eingesetzt wird. Sie wirkt stabilisierend auf die Darmflora und
dient auch als Fitneß-Drink für Leistungstiere.
Feline und Canine
Diets entsprechen absolut den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen
erkrankter Tiere und ihrem speziellen Nahrungsprofil. Es steht
jedoch nicht nur der therapeutische Nutzen im Vordergrund, sondern
durch die hohe Akzeptanz wird die Grundvoraussetzung für eine
erfolgreiche Diät gewährleistet - nämlich, daß die Tiere diese auch
gerne aufnehmen.
Diätfutter - nur
vom Tierarzt
Entsprechend dem
hohen therapeutischen Wert dieser Diätfuttermittel werden sie nur
vom Tierarzt abgegeben. Diätkuren sind nämlich nur dann sinnvoll,
wenn sie auf einer fachlichen abgesicherten Diagnose beruhen und
laufend exakt überwacht werden.
Wie so oft hängt
der Erfolg einer Therapie von der Kooperation des Tierbesitzers mit
dem Tierarzt ab. Und nicht zu vergessen - ohne Ausdauer und
Konsequenz ist jegliche Maßnahme zum Scheitern verurteilt.
Bezüglich weiterer
Informationen über Diätetik und Diäten sowie kostenloser
Broschürenanforderung wenden Sie sich bitte zum Ortstarif an die
Waltham Hotline unter 0660 / 8048, Mo und Do 16.30 Uhr bis 20.30
Uhr, Mi 8 Uhr bis 12 Uhr.


Das
entscheidende 1. Jahr
Wie gefahrvoll ist
eigentlich der erste Lebensabschnitt eines Hundes oder einer Katze?
Was können wir tun, um unseren neuerworbenen Liebling bestmöglich zu
schützen? Was sollten wir wissen, um das Verhalten unseres Welpen
richtig interpretieren zu können und bei der Erziehung keine großen
Fehler zu machen? Fragen über Fragen. Die Antwort: Ähnlich wie beim
Menschen werden auch bei Hund und Katze im ersten Lebensabschnitt
die wesentlichen Weichen für die Zukunft gestellt. Ein solides
Fundament ist die beste Voraussetzung für ein langes, gesundes und
glückliches Leben! Das gilt hinsichtlich Ernährung, Pflege und
Gesundheitsvorsorge genauso wie für die Erziehung!
Erziehung
schafft Freunde
Ein gut erzogener
Hund macht nicht nur seinem Besitzer und seiner Familie viel Freude;
er wird auch seiner Umgebung - sei es auf der Straße, in
öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Restaurant - angenehm auffallen
und damit eventuellen Hundegegnern in der Nachbarschaft den Wind aus
den Segeln nehmen.
Der
verantwortungsbewußte Hundebesitzer wird also seinem Hund einiges
beibringen müssen. Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche
Erziehung sind Geduld, Selbstdisziplin, Sympathie und Verständnis
für den vierbeinigen Partner.
Stubenreinheit
Die Erziehung des
Welpen fängt mit der Stubenreinheit an, die bereits im letzten
Kapitel beschrieben wurde. Grundbegriffe der guten Hundeerziehung
können Sie Ihrem vierbeinigen Partner leicht selbst beibringen. Sie
brauchen dafür nur Geduld, eine lange Leine und täglich etwa zehn
Minuten, möglichst immer zur selben Tageszeit. Grundsätzlich soll
ein Junghund nur von einem Familienmitglied erzogen werden, denn
wenn er seine Befehle immer von ein und derselben Stimme bekommt,
kann er sie leichter mit der Ausführung in Verbindung bringen.
Der Name
Am wichtigsten ist,
daß der Hund seinen Namen kennt und auf seinen Ruf zu Ihnen kommt.
Tut er das nicht, legen Sie ihm eine lange Leine an, rufen ihn und
ziehen ihn sanft zu sich heran. Ist er dann bei Ihnen, so loben und
streicheln Sie ihn. Da er für Zärtlichkeiten schwärmt, hat er sehr
bald verstanden, was Sie von ihm wollen.
Als zweites muß er
lernen, etwas nicht zu tun: Sagen Sie energisch "nein". Das heißt
für ihn soviel wie "hör' sofort auf mit dem, was du gerade tust!"
Gehorcht er Ihnen, ist wieder das übliche Lob fällig - Hunde können
davon nie genug bekommen.
"Sitz" - "Platz"
- "Fuß"
Bei dem Befehl
"Sitz" drücken Sie ihm das Hinterteil gegen den Boden. Ähnlich
bringen Sie ihm "Platz" oder "Fuß" bei. Dieses "Fuß" ist beim
Spazierengehen sehr wichtig: Nehmen Sie ihn an die kurze Leine und
wiederholen Sie Ihren Befehl. Ihr Hund hat dann schnell begriffen,
obwohl es für ihn an sich sehr schwer ist, so langsam zu gehen wie
Sie.
Richtiges
Verkehrsverhalten
Es passiert leider
immer wieder: Bremsen kreischen, ein Auto kommt schlitternd zum
Stehen und ein vierbeiniger Verkehrsteilnehmer liegt verletzt auf
der Straße. Es gibt keine Statistik darüber, wieviele Hunde jährlich
in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Auf jeden Fall wäre ein Großteil
davon vermeidbar, denn verantwortungsbewußte Beaufsichtigung und
richtige Erziehung können die meisten dieser Unfälle verhindern.
Hier einige
Verhaltensregeln:
Führen Sie den Hund
auf verkehrsreichen Straßen immer an der Leine. Ein gut erzogener
Hund muß auf "Steh" und "Sitz" hören. Ein "verkehrssicherer" Hund
überquert nie alleine die Straße, er wartet auf seinen Herrn. Denken
Sie daran, daß Hunde leicht erschrecken und sich auch ablenken
lassen (z.B. durch einen fremden Hund auf der anderen Straßenseite).
Auch für Autofahrer wichtig: Hunde reagieren ähnlich unvorhersehbar
wie Kinder. Also Achtung! Im Auto muß der Hund auf jeden Fall hinten
sitzen und - falls er zum Herumspringen neigt - mit einem
Brustgeschirr angeleint sein. Öffnen Sie das Fenster nur einen Spalt
oder verwenden Sie ein Fenstergitter - es ist schon vorgekommen, daß
Hunde auch durch teilweise geöffnete Fenster aus dem fahrenden Auto
gesprungen sind. Lassen Sie Ihren Hund immer nur auf der von der
Straße abgewandten Seite des Autos aus- und einsteigen. Dabei gilt:
beim Einsteigen zuerst der Hund, dann Gepäck und Mitfahrer, beim
Aussteigen ist es umgekehrt. Richtiges Verhalten im Straßenverkehr
kann Ihr Hund lernen. Am leichtesten geht dies am Abrichtplatz. Dort
sorgen geschulte Fachleute dafür, daß Ihr Hund verkehrssicher wird.
Entschließen Sie sich aber nur für eine Hundeschule, in der Sie mit
Ihrem Hund gemeinsam ausgebildet werden. Erstens kann man dabei
selbst eine Menge lernen, zweitens haben Sie dadurch die Gewähr, daß
Ihr Hund sich noch enger an Sie anschließt und auch im täglichen
Straßenverkehr Ihren Befehlen gehorcht. Lassen Sie aber Ihren Hund
nicht zu früh ausbilden: einen sechs Monate alten Hund "in die
Schule" zu bringen, ist genauso sinnlos, wie ein Kleinkind ins
Gymnasium schicken zu wollen. Beide sind noch verspielt. Welpenkurse
sind jedoch empfehlenswert.
Strafen bringt
nichts
Bestrafen Sie Ihren
Hund bei der Erziehung niemals, wenn er einen Behfehl verkehrt oder
überhaupt nicht ausführt: Auf die Dauer würde er die Strafe mit dem
Befehl verbinden - also genau das Gegenteil von dem, was Sie
erreichen wollen. Schlagen Sie Ihren Hund niemals mit der Hand und
schon gar nicht mit dem Fuß. Es ist für ihn viel besser
verständlich, wenn Sie ihn energisch zurechtweisen oder, wenn es
sein muß, am Nackenfell beuteln.
Wolfserbe und
Löwenblut
Während die
Vorfahren unserer vierbeinigen Lieblinge einer Vielzahl von Gefahren
ausgesetzt waren, geht es unseren Haushunden und -katzen heutzutage
hinsichtlich dieser Risikofaktoren viel besser, denn wir sorgen für
sie. Dennoch gibt es gerade im ersten Lebensjahr des Hundes oder der
Katze eine Reihe von potentiellen Gefahren, über die man Bescheid
wissen sollte - immer nach dem Motto: Eine Gefahr, die man kennt,
ist keine Gefahr mehr!
Parasiten
Durch Parasiten
bedingte Krankheiten sind hier wohl an erster Stelle zu nennen, da
es kaum einen Hunde- oder Katzenwelpen gibt, der nicht von
irgendwelchen Parasiten befallen ist. Geringgradiger Wurm- oder
Flohbefall stellt sicher kein besonderes Problem für Welpen dar;
nehmen jedoch die Parasiten überhand, ist schnell ein
lebensbedrohlicher Zustand erreicht. Deutliches Symptom dafür ist
bei Welpen der sogenannte Wurmbauch, eine Auftreibung, die manchmal
mit einem "besonders guten Nährzustand" verwechselt wird. Todesfälle
sind dann nicht selten. Als besonders gefährlich sind die
weitverbreiteten Arten wie Spulwürmer oder Hakenwürmer anzusehen, da
sich der Welpe mit ihnen bereits im Mutterleib oder über die Milch
infizieren kann. Abgesehen davon, daß trächtige Tiere ordnungsgemäß
entwurmt gehören, sollten Welpen bereits in einem Alter von zwei
Wochen das erste Entwurmungsmmittel erhalten. Abhängig von den
hygienischen Verhältnissen im Zwinger ist der Welpe zumindest
monatlich, später vierteljährlich zu entwurmen. Eine gezielte und
regelmäßige Flohbekämpfung ist ebenfalls ab dem Welpenalter
vorzunehmen, da der Flohbefall allgemein unterschätzt wird. An
Parasitenbekämpfung ist auch immer dann zu denken, wenn der Hund mit
auf Urlaub war - insbesondere dann, wenn die Reise in den warmen
Süden geführt hatte. Es gilt nämlich die Regel: Je wärmer das Klima
ist, desto häufiger kommen Parasiten jeglicher Art vor! Die gute
Nachricht zu diesem Thema lautet jedoch, daß wir heute über eine
Reihe sehr guter Medikamente verfügen, welche die Vorbeugung bzw.
Behandlung einfach und sicher machen. Es liegt also nur am
Tierbesitzer, entsprechend zu handeln.
Staupe und Co.
Leider gibt es sie
noch, die lebensgefährlichen Hundeinfektionskrankheiten wie Staupe,
Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis), Stuttgarter
Hundeseuche (Leptospirose),
Katzenseuche
(Parvovirose) und natürlich Tollwut (Rabies). Unzählige Welpen sind
ihnen früher zum Opfer gefallen. Bei den Katzen sind Katzenseuche,
Katzenschnupfen, Leukose, infektiöse Bauchwassersucht der Katze
(FIP) und natürlich ebenfalls die Tollwut zu nennen. Heute haben wir
glücklicherweise bewährte Impfstoffe dagegen. Wenn man schon sein
Tier nicht gegen alle Krankheitsgefahren schützen kann, so gilt es
jedenfalls, die Vorbeugungsmöglichkeiten, die wir gegen "Staupe und
Co." haben, konsequent zu nutzen und das Tier vollständig und
regelmäßig impfen zu lassen.
Aufzuchtprobleme
Wir selbst - als
Hunde- bzw. Katzenhalter - können eine Reihe von Problemen bei
Welpen verursachen, die beim erwachsenen Tier nicht mehr
wettzumachen sind. Das fängt an bei unausgewogener oder schlichtweg
falscher Ernährung, setzt sich fort über Erziehungs- und
Ausbildungsfehler und endet beim lieblos gehaltenen Zwingerhund oder
der halbverwilderten, streunenden Katze. Damit das nicht passiert,
sollte sich jeder, der sich nicht ruhigen Gewissens als "Tierprofi"
bezeichnen kann, eingehend mit der entsprechenden Fachliteratur
beschäftigen und sich vertrauensvoll an den Tierarzt wenden.
Ohne Fleiß kein
Preis
Ein guterzogener
Hund und eine glückliche, verhaltensnormale Katze ist für jeden
Tierhalter (und seine Familie) eine unglaubliche Bereicherung. Aber
auch hier gilt uneingeschränkt der Spruch: Ohne Fleiß kein Preis!
Nur wer sich diesen "Fleiß" zutraut, sollte an die Anschaffung eines
Welpen denken. Dann wird jedoch auch die Freude eine große sein.
Das erwachsene
Tier – in der Blüte des Lebens
Im Erwachsenenalter
des Tieres sollte es kaum gesundheitliche Probleme geben, wenn all
das beachtet wurde, was es über das erste Lebensjahr zu sagen gab.
Pflege und Vorbeugemaßnahmen wie richtige Ernährung, Impfungen,
Parasitenbekämpfung und jährlicher Gesundheitscheck sollen nicht nur
Hund und Katze momentan gesund erhalten, sondern auch die Weichen
für ein langes und gesundes Leben stellen.
Zu beachten ist,
daß eine Verletzungsgefahr bei Tieren im Erwachsenenalter gegeben
ist. Einerseits sind die Tiere sehr bewegungsfreudig und aktiv,
andererseits kann es durchaus zu Rivalitäten mit anderen Tieren
kommen, die in Raufereien enden. Vorsicht und Vernunft seitens des
Tierhalters sind daher angesagt.
Im übrigen sollten
Sie diese Lebensspanne ihres vierbeinigen Freundes voll genießen und
nutzen. Besonders mit Hunden kann man ausgedehnte Spaziergänge
machen, Hundesport wie etwa Agility betreiben oder einfach nur
ausgelassen herumtollen. Lassen Sie sich von der unbändigen und
herzerfrischenden Lebensfreude Ihres Hundes mitreißen oder schneiden
Sie sich von der stoischen Gelassenheit und Ruhe Ihrer Katze eine
Scheibe ab. Eines ist klar: Sie werden all die Liebe, die Sie in Ihr
Tier investieren, hundertfach zurückerhalten!
Wenn unsere
Heimtiere altern: Der Lebensabend
Durch unsere
besondere Fürsorge und durch die modernen tiermedizinischen
Möglichkeiten werden unsere vierbeinigen Gefährten heute deutlich
älter als früher. Auch wenn man unseren Heimtieren das Altern lange
Zeit kaum ansieht, ergeben sich doch - ebenso wie beim Menschen –
durch den Alterungsprozeß besondere Situationen, auf die Rücksicht
zu nehmen ist.
Betagten
Vierbeinern machen vor allem chronische Krankheiten und
Abnützungserscheinungen zu schaffen: Besonders häufig sind Störungen
und Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems, der Nieren, der
Leber, des Bewegungsapparates, der Augen und Ohren sowie die erhöhte
Neigung zu Tumoren.
Der Alterungsprozeß
wird durch eine Reihe von Faktoren beeinflußt, wobei besonders beim
Hund die Unterschiede in der Körpergröße eine entscheidende Rolle
spielen: Kleine Hunderassen gelten als langlebiger als Riesenrassen.
So liegt die Lebenserwartung von Hunden - abhängig von Größe und
Rasse - zwischen 11 und 17 Jahren. Katzen können über 20 Jahre alt
werden. Je höher die Lebenserwartung, desto später sind
Veränderungen aufgrund des Alterungsprozesses zu erwarten.
Natürlich spielen
auch die Haltungsbedingungen eine große Rolle. Hier hat der
Tierhalter entscheidenden Einfluß auf Lebensqualität und Lebensdauer
seines Vierbeiners. So ist zum Beispiel bei Tieren mit freiem
Auslauf die Lebenserwartung aufgrund der hohen Unfallsgefahr
gegenüber wohlbehüteten Hunden und Katzen deutlich verringert. Tiere
im ländlichen Bereich leben länger als in verkehrsdichten
Großstädten und kastrierte Wohnungskatzen werden älter als
"Streuner".
Ein weiterer
Risikofaktor, der bekanntlich das Leben verkürzen kann, ist falsche
Ernährung. Übergewicht und Fettsucht mit all ihren negativen
Begleiterscheinungen sind leider viel zu häufig bei alten Tieren zu
sehen. Aber auch ernährungsbedingte Organschäden sind oft zu
beobachten. Dabei ist es so einfach, ein Tier optimal zu ernähren.
Die
Heimtiernahrungsindustrie bietet je nach Lebensphase und Leistung
hochwertige Produkte an, die alle erforderlichen Nährstoffe – auch
für Senioren - in einem physiologisch ausgewogenen Verhältnis
enthalten.
Erkrankungen in der
Mundhöhle wie Zahnstein, Parodontose und Zahnfleischentzündungen
treten im Alter häufiger auf. Das gilt besonders für die Katze. Das
Fressen wird dadurch mitunter so schmerzhaft, daß die Futteraufnahme
auf ein Minimum reduziert oder ganz eingestellt wird. Damit dieser
Fall nicht eintritt, ist eine regelmäßige tierärztliche Kontrolle
und gegebenenfalls Sanierung der Mundhöhle unbedingt erforderlich.
Alternde Hunde und
Katzen verhalten sich auch anders als junge. Sie sind meistens
weniger neugierig, spiel- und bewegungsfreudig und schlafen häufiger
und länger. Veränderungen in der Umgebung oder im Tagesablauf werden
weniger gern toleriert. So reagieren speziell Katzen mit
konsequenter Futterverweigerung oder Stubenunreinheit, wenn sie sich
in ihren Lebensgewohnheiten gestört fühlen. In diesen Fällen ist die
intensive Zuwendung einer nahestehenden Person sicherlich die beste
Therapie - nützt sie dennoch nichts, hilft der Tierarzt mit
wertvollen Tips weiter.
Eine regelmäßige
Gesundenuntersuchung ist gerade bei Heimtieren der wesentlichste
Beitrag zur Krankheitsvorsorge: Schließlich können sie uns nicht
sagen, wenn ihnen etwas wehtut. Der beim Tierarzt erhältliche
Gesundheitspaß, der Hund oder Katze vom Welpenalter an begleitet
oder beim älteren Tier im Zusammenhang mit einer
Altersvorsorgeuntersuchung begonnen werden kann, ist dabei sehr
zweckmäßig. In diesem Paß sind alle Daten eines Tieres
zusammengefaßt und dem Tierbesitzer jederzeit zugänglich - dies ist
auch bei einem Tierarzt-Wechsel (etwa im Urlaub) von Vorteil. Wir
empfehlen den Gesundheitscheck zunächst einmal jährlich - am besten
im Rahmen der Jahresimpfung - und mit Beginn des Alterns, etwa ab
dem 5.- 8. Lebensjahr, in halbjährlichen Abständen. Denn auch bei
Tieren ist frühzeitige Erkennung und Behandlung einer Krankheit der
wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Heilung.
Unsere vierbeinigen
Lieblinge brauchen im Alter neben Ruhe und Wärme aber vor allem
eines: Noch mehr Liebe und Zuneigung. Wir sollten sie ihnen geben,
denn erstens haben sie sich das verdient und zweitens macht uns das
selbst zufrieden und glücklich.


Richtige Ernährung,
Haltung, Pflege und Krankheitsvorbeugung durch Impfungen und
Parasitenbekämpfung sollten Erkrankungen Ihres Tieres zu einer
seltenen Ausnahme werden lassen. Da aber für den Heilerfolg im Fall
der Fälle entscheidend ist, wie rechtzeitig die Krankheit erkannt
wurde, ist es sehr wichtig, als Tierbesitzer ein "gesundes Gespür"
für Krankheitsanzeichen zu entwickeln – und vor allem dafür, ab wann
die Alarmglocken läuten sollten!
Die wichtigsten
Krankheitsanzeichen:
Über kurz oder lang
kennt jeder sein Tier sehr genau. Man weiß, was es gerne frißt und
ob es normalerweise eher viel oder wenig Futter aufnimmt. Wird nun
das gewohnte Futter nicht angerührt und werden auch die sonst
liebend gerne angenommenen Leckerbissen verweigert, dann ist
jedenfalls erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Hält die Appetitlosigkeit
auch am zweiten Tag an, so ist es empfehlenswert, den Tierarzt zu
konsultieren.
Wenn Durchfall
und/oder Erbrechen auftreten – oft in Zusammenhang mit
Appetitlosigkeit - so sind das weitere, sehr ernstzunehmende
Krankheitsanzeichen, sofern deren Ursachen nicht in bloßer
"Überfütterung" gefunden werden können. Besonders bei Welpen, die ja
noch wenig Energiereserven haben, sollte man bei Durchfall und/oder
Erbrechen ehebaldigst den Tierarzt aufsuchen.
- Abweichung der
inneren Körpertemperatur von der Norm
Die innere
Körpertemperatur ist ein wichtiger Hinweis auf eine Reihe von
Krankheiten. Gemessen wird sie bei Hund oder Katze im After. Jedes
handelsübliche Fieberthermometer ist dafür geeignet. Bei
herkömmlichen Thermometern muß die Meßzeit mindestens drei Minuten
betragen, bei elektronischen Geräten bis zum Stillstand der
Temperaturangabe bzw. bis zu einem Signalton. Die Normaltemperatur
eines mittelgroßen, erwachsenen Hundes beträgt 38,0 – 38,5° C.
Kleine Hunde haben eine etwas höhere, große eine geringgradig
tiefere Normaltemperatur. Bei der Katze läßt sich die mittlere
Normaltempertatur mit 38,0 – 39,3° C angeben. Bei
Temperaturerhöhungen von über einem Grad spricht man von Fieber.
Dann ist es auch höchste Zeit, tierärztliche Hilfe in Anspruch zu
nehmen. Zu beachten ist, daß Untertemperatur von mehr als 0,5° C
unter dem Normalwert ebenfalls ein Alarmsignal bedeutet!
Sowohl Hunde als
auch Katzen schlafen viel und gerne. Das ist insofern
altersabhängig, als Welpen und alte Tiere ein höheres Ruhebedürfnis
haben als solche, die in der Blüte ihres Lebens stehen. Insgesamt
gesehen ist aber eine gewisse "Faulheit" völlig normal. Auffällig
wird es erst, wenn unsere vierbeinigen Lieblinge nicht mehr zum
Spielen zu motivieren sind oder das Begrüßungsritual beim
Nachhausekommen der Bezugspersonen ausfällt. Wenn die Mattigkeit
bzw. Apathie nicht die Folge einer außergewöhnlichen körperlichen
Aktivität ist (Herumtollen, lange Spaziergänge usw.), so kann sie
immer als ernstes Krankheitsanzeichen gewertet werden. Achtung: Wenn
Sie im Wohnbereich ein rauschendes Fest feiern, das bis in die
Morgenstunden dauert, kann das den Ruherhythmus Ihres Tieres so weit
durcheinanderbringen, daß es am nächsten Tag völlig erschöpft
schläft!
Erkrankungen der
Kopfschleimhäute oder des Atmungstraktes sind relativ häufig. Grund
dafür sind oft Raumklimafaktoren wie trockene Luft, Rauch,
Temperaturunterschiede zwischen beheizten Räumen und der Außenwelt,
aber auch Dämpfe von Putz- und Pflegemitteln, die im Wohnbereich
verwendet werden. Nicht zu vernachlässigen ist, daß auch Parfüms
oder Haarsprays die empfindlichen Schleimhäute unserer Heimtiere
reizen können. Wenn als Ergebnis der Schleimhautreizungen oder
Atemwegsirritationen Husten oder Niesen auftreten – womöglich bei
gleichzeitig erhöhter innerer Körpertemperatur – dann ist der Gang
zum Tierarzt unumgänglich.
Auffällig hohe
Atemfrequenz – im Unterschied zum Hecheln – und rasche Ermüdung bei
körperlicher Bewegung sollten immer ernst genommen werden. Entweder
steckt eine Atemwegserkrankung, ein Herz-Kreislaufproblem oder eine
akute Infektion bzw. eine Organstörung dahinter. Kurzatmigkeit ist
in jedem Fall ein Grund für eine exakte Untersuchung durch den
Tierarzt.
Jeder Hund und jede
Katze kratzt sich gelegentlich. Das ist noch kein Grund zur Sorge.
Wenn aber das Kratzen häufig wird, büschelweise Haare herumliegen
oder sich im schlimmsten Fall sogar schon haarlose Stellen am Tier
zeigen, liegt sicher eine derart gravierende Hauterkrankung vor, daß
eine Behandlung erforderlich ist. Der Juckreiz kann – angefangen vom
Flohbefall bis zu Hormonstörungen oder Organerkrankungen - derart
viele verschiedene Ursachen haben, daß nur eine exakte tierärztliche
Diagnose und Therapie wirklich zielführend ist.
Notfälle
erkennen – Richtig reagieren
Bei Notfällen
besteht wohl kein Zweifel, daß das Tier ehebaldigst tierärztlich
versorgt werden muß. Allzu oft aber ist aufgrund verschiedener
Umstände einige Zeit zu überbrücken. Dabei ist es natürlich für den
späteren Krankheits- bzw. Heilungsverlauf entscheidend, daß richtige
"Erste Hilfe" geleistet wird.
Einige
Anleitungen dazu:
Knochenbrüche:
Hochgradige Schmerzhaftigkeit, Lahmheit, ev. abnorme Stellung
von Gliedmaßen; bei Rippenbrüchen Atemnot.
Erste Hilfe:
Für den Transport auf eine feste Unterlage (Tragbahre,
Korb usw.) bringen, bei offenen Wunden Verband anlegen,
Blutstauung, ev. Desinfektion.
Biß,
sonstige Verletzung:
Auch nach außen hin kleine Wunden können gefährlich sein, wenn
sie tief sind oder die Haut abgehoben wurde, offene
Fleischwunden, starke Blutungen, hohe Infektionsgefahr!
Erste Hilfe:
Hochgradige Verschmutzungen mit lauwarmem Wasser abwaschen,
Desinfektion, Blutstillung, Verband.
Augenirritation:
Lichtscheue, Blinzeln, Lider sind halb oder ganz geschlossen,
Augenausfluß, Schwellungen, Rötung der Lidbindehäute, sichtbare
Fremdkörper wie z.B. Pflanzenteile.
Este Hilfe:
Mit Wasser oder Kamillentee getränkte, kalte Bausche auflegen,
Tier in den Schatten oder abgedunkelten Raum bringen, sichtbare
Fremdkörper – wenn leicht entfernbar – herausnehmen.
Ohrenschmerzen:
Häufiges bis unentwegtes Kopfschütteln, Kratzen in der
Ohrgegend, Reiben des Kopfes an Wänden oder Gegenständen,
Schiefhalten des Kopfes, ev. Gleichgewichtsstörungen.
Erste Hilfe:
Äußeres Ohr inspizieren und gegebenenfalls reinigen; nicht mit
Wattestäbchen etc. in den Gehörgang eindringen, da eventuelle
Fremdkörper (z.B. Getreidegrannen) sonst tiefer hineingeschoben
werden!
Akuter
Durchfall:
Wäßriger, mißfarbener Kot wird abgesetzt bzw. spritzt mitunter
aus dem After; Blut- und/oder Schleimbeimengungen.
Erste Hilfe:
Zum Trinken leichten, ungesüßten russischen oder Kamillentee
bzw. Elektrolyte Drink anbieten, kein Futter, bei kolikartigen
Schmerzen Bauch massieren.
Erbrechen, Speichelfluß:
Würgebewegungen, Entleerung von Futter, Schleim oder Schaum aus
der Mundhöhle; Pfotenreiben am Mund.
Erste Hilfe:
Bei wiederholtem Erbrechen jegliche Nahrung oder Flüssigkeit
entziehen; Mundhöhle inspizieren, Fremdkörper gegebenenfalls zu
entfernen versuchen.
Krampfanfälle:
Muskelzittern, gekrümmte Körperhaltung, Bewegungsstörung, ev.
kurzfristige Unansprechbarkeit bis Bewußtlosigkeit, Verdrehen
der Augen, panischer Gesichtsausdruck, Speichelfluß.
Erste Hilfe:
Tier auf den Boden legen, möglichst für weiche Unterlage (Decke)
sorgen, Gegenstände aus dem Weg räumen, damit durch
unkontrollierte Bewegungen keine Verletzungen entstehen.
Insektenstich:
Plötzliches Auffallen, heftiges Belecken der Stichstelle;
hochgradige, schmerzhafte Schwellung; bei Stich im Rachenbereich
hochgradige Atemnot; Nesselausschlag.
Erste Hilfe:
Stichstelle kühlen, eventuell Stachel entfernen; bei Stich im
Rachenbereich besteht höchste Erstickungsgefahr – Eiswasser
verabreichen, ev. Eis lutschen lassen.
Vergiftung:
Durchfall, Erbrechen, Krämpfe, Mattigkeit, Bewußtlosigkeit,
Blutungen aus den Körperöffnungen.
Erste Hilfe:
Nach Möglichkeit Art des Giftes feststellen (Verpackung, Pflanze
usw.); Tierkohle eingeben.
Unfall:
Häufig schwerwiegende innere Verletzungen, mehr oder weniger
deutliche sichtbare Verletzungen; Blutungen, Atembeschwerden,
Bewußtlosigkeit.
Erste Hilfe:
Das Tier ruhig lagern, ev. Beißkorb anlegen, da verletzte Tiere
unberechenbare Abwehrbewegungen machen können; Blutstillung,
Verband, schonender Transport auf fester Unterlage (Bahre, Korb
usw.).
Hitzeschlag:
Starkes Hecheln, Krämpfe, ängstlicher Blick, Bewußtlosigkeit.
Erste Hilfe:
Das Tier in den Schatten bzw. an einen kühlen Ort bringen, für
Abkühlung sorgen, Wasser anbieten.
Schock:
Schleimhäute sind porzellanweiß, Atmung und Puls sind schwach
aber frequent; kalte Gliedmaßen, Zittern, ev. Bewußtlosigkeit.
Erste Hilfe:
Beim Transport das Tier warm halten, Atemwege freihalten, bei
Atemstillstand Mund-zu-Nase-Beatmung (10 – 20 Atemspenden pro
Minute).
Wichtige
Adressen
Bundeskammer
der Tierärzte Österreichs Biberstraße 22, 1010 Wien Tel: +43
(0)1 / 512 17 66 oder 513 12 65, Fax: +43 (0)1 /512 1470
IEMT - Institut
zur interdisziplinären Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung
Weyringergasse 28a, 1040 Wien Tel: +43 (0)1 / 505 42 70, Fax:
+43 (0)1 / 505 94 22
ÖHU -
Österreichische Hundeunion Dreifaltigkeitsgasse 3/4. 5020
Salzburg Tel. & Fax: +43 (0)662 / 64 30 94
ÖKV -
Österreichischer Kynologenverband / Hundezucht / Abrichtung /
Hundeaustellungen Johann Teufelgasse 8, 1230 Wien Tel: +43 (0)1
/ 888 70 92, Fax: +43 (0)1 / 888 92 62 oder 888 22 31
ÖVEK -
Österreichischer Verband für die Zucht und Haltung von
Edelkatzen Liechtensteinstraße 126, 1090 Wien Tel: +43 (0)1 /
319 64 23, Fax: +43 (0)1 / 310 6540 (Mo - Mi 17-19h)
TAT - Tiere als
Therapie Veterinärplatz 1, 1210 Wien Tel: +43 (0)1/ 250 77 DW
3340 (tgl. 7.30 - 11.30 Uhr), Fax: +43 (0)1/ 250 77 DW 4590
VMU -
Veterinärmedizinische Universität Wien Veterinärplatz 1, 1210
Wien Tel: +43 (0)1 / 250 77
VÖK -
Vereinigung Österreichischer Kleintiermediziner Rupertgasse 4,
5020 Salzburg Tel: +43 (0) 662 / 87 87 52, Fax: +43 (0) 662 / 87
74 28 http://www.voek.at
Österreichischer Tierschutzverein Triesterstraße 368, 2331
Vösendorf Tel. und Fax: +43 (0) 1 / 699 24 50
Pedigree
Hotline - Beratungsdienst für Hunde (Aufzucht, Haltung,
Ernährung, Diätetik und Verhalten) zum Ortstarif 0660 / 8220 Mo,
Do 16.30 - 20.30, Mi 8.00 - 12.00 Uhr.
Whiskas®
Katzenservice - Beratungsdienst für Katzen (Aufzucht, Haltung,
Ernährung, Diätetik und Verhalten) zum Ortstarif 0660 / 6804 Mo,
Do 16.30 - 20.30, Mi 8.00 - 12.00 Uhr.
Waltham®
Hotline - Beratungsdienst für Tierernährung und Diätetik zum
Ortstarif 0660 / 8048 Mo, Do 16.30 - 20.30, Mi 8.00 - 12.00 Uhr.
Weiterführende
Literatur
Fragebogen: Welches
Heimtier paßt zu mir? Mit dem Hund auf Du und Du Rund um die Katz'
Kinder und Tiere unter einem Dach Mehr Spaß und Freude mit dem Hund
So bleiben Hund und Katze gesund! Erste Hilfe bei Hund und Katze
Doppelt hält besser Wohin mit Hund und Katze im Urlaub? Kleine
Rechtskunde für Hund, Katz & Co. Bezugsadresse: IEMT, Weyringerstr.
28a, 1040 Wien, Tel. 01/505 42 70
Abschied nehmen
Hundeernährung - leicht gemacht - richtig gemacht Vom Anfang an. Ein
Leben lang. Ratgeber für Hundefreunde. Katzenernährung - leicht
gemacht - richtig gemacht Auf Samtpfötchen durchs Leben. Ratgeber
für Katzenfreunde. Diät als Teil der Therapie (Hunde und Katzen)
Spezielle Diätetik bei diversen Erkrankungen (Hunde und Katzen) Die
Betreuung von Hunde- und Katzenwelpen, Jungtieren und ihren Müttern.
Die Betreuung älterer Heimtiere Pedigree PAL Champion - Zeitschrift
für Hundefreunde Whiskas Katzenwelt - Zeitschrift für
Katzenliebhaber Bezugsadresse: Waltham Hotline 0660/8048 (Mo, Do
16.30 - 20.30, Mi 8.00 - 12.00 Uhr) zum Ortstarif


Notfallsausrüstung für Erste-Hilfe-Maßnahmen
So wie man zu Hause
ein Erste-Hilfe-Kästchen für etwaige Notfälle griffbereit hat oder
eine Autoapotheke mitführt, sollte man auch an eine Hunde- bzw.
Katzenapotheke denken. Nicht nur bei Urlaubsreisen mit den Tieren
ist sie mitzuführen, sondern ihre Mitnahme empfiehlt sich auch auf
ausgedehnteren Wanderungen.
Als Notfälle, für
die man gerüstet sein sollte, kommen folgende in Frage:
- Kleine
Verletzungen (Stiche, Risse, Abschürfungen, Schnitte)
- Knochenbrüche
- Bienen- und
Wespenstiche
- Hitzschlag
-
Augenverletzungen, Bindehautentzündungen
- Akute
Ohrenschmerzen (meist Fremdkörper oder Wasser)
- Zeckenbisse
- Erbrechen
(Vergiftungen)
Mindestinhalt einer
Notfallsapotheke:
- Verbandszeug
- Wundpuder,
Wundsalbe
- Pinzette,
Schere, Zeckenzange
- Watte- bzw.
Ohrenstäbchen
-
Desinfektionsmittel, Alkohol
- Beißkorb (als
Selbstschutz, da verletzte Tiere beim Berühren der Wunde oft
wild um sich beißen)
Weiters ist
empfehlenswert:
- Augensalbe
- Ohrentropfen
- Schmerzmittel
- Kohletabletten
-
Kreislauftropfen
- Individuelles
Medikamentensortiment, zusammengestellt durch den Haustierarzt
Wie verabreiche
ich eine Tablette?
Sie kennen das
Problem? Zur Behandlung einer speziellen Krankheit oder auch nur zur
routinemäßigen Entwurmung sollten Sie Ihrem Vierbeiner eine Tablette
eingeben. Was bei den meisten Hunden noch so recht und schlecht
mittels eines Leckerbissen zu bewerkstelligen ist, wird bei so
mancher Katze zur schier unlösbaren Aufgabe.
Ein Tip: Geben Sie
die Tablette in ein kleines Kügelchen aus Butter oder Leberpastete
und dann verabreichen Sie das Ihrem Tier. Diese Umhüllung bewirkt,
daß Geruch und Eigengeschmack des Medikamentes nicht zum Tragen
kommen. Außerdem "rutscht" es dadurch leichter!
Erste Hilfe beim
Verschlucken von Spielzeug, Scherben etc.!
Besonders junge
Hunde und Katzen sind sehr verspielt. Da kann es schon vorkommen,
daß in der Hitze des Gefechtes irrtümlich das Spielzeug - oder das,
was der Vierbeiner gerade dazu auserkoren hat - zerbissen und
verschluckt wird. Handelt es sich dabei um spitze Gegenstände oder
Bruchstücke, ist natürlich höchste Verletzungsgefahr für den
Magen-Darmtrakt gegeben. Selbstverständlich sollte man sofort einen
Tierarzt zu Rate ziehen, doch wenn dieser nicht verfügbar ist,
empfiehlt sich, folgendes Hausmittel anzuwenden: Man nimmt
Sauerkraut, wäscht es unter fließendem Wasser gut aus und vermengt
es anschließend 50 : 50 mit dem
gewohnten
(Dosen)futter. Diese Mischung wird sowohl von der Katze, als auch
dem Hund in der Regel problemlos aufgenommen. Wenn nicht, muß man
ein wenig nachhelfen und "von Hand aus" füttern. Das Sauerkraut
umhüllt die spitzen und scharfen Kanten des oder der "Fremdkörper"
und kehrt den Darm wie ein Besen aus, sofern es nicht bewirkt, daß
der Mageninhalt (erwünschterweise) erbrochen wird.
Wie badet man
eine Katze?
Katzen sind von
Natur aus äußerst reinliche Tiere, die mit ihrer Fellpflege meist
selbst recht gut zurecht kommen. Bei Langhaarkatzen ist das etwas
anderes, doch genügt hier in der Regel – wie bereits besprochen -
das tägliche Bürsten. Es treten allerdings leider manchmal
Unglücksfälle auf, wo eine Katze mit Öl, Farbe, etc. in Kontakt
kommt und rasch gebadet werden sollte. Darüber hinaus gibt es
medizinische Gründe (z. B. Pilzbefall), die es
notwendig machen,
eine Katze zu baden. Nun ist das gar nicht so leicht, wie jeder
bestätigen kann, der es schon einmal probiert hat. Eine Katze baden
zu wollen, ist so, als wollte man Feuer und Wasser zusammenbringen.
Ein Tip: Ist es unumgänglich, eine "temperamentvolle" Katze baden zu
müssen, so gibt man sie in ein Einkaufsnetz oder einen Käscher (im
Fischereibedarfshandel erhältlich). So ist die Katze gut fixiert und
kann "fingerschonend" leicht gebadet werden.
Hat mein Hund
oder meine Katze Flöhe?
Diese Frage stellt
sich immer wieder. Natürlich sollte man je nach Jahreszeit und
Infektionsdruck entsprechende Vorbeugemaßnahmen treffen, wofür es
bei Ihrem Tierarzt eine Reihe guter Produkte gibt. Dennoch will es
mancher Tierbesitzer genau wissen. Sind nun Flöhe auf dem Tier oder
nicht? Das läßt sich leicht feststellen: Man stellt das Tier auf
eine entsprechend dimensionierte Lage aus weißem Zellstoff (z. B.
Küchenrolle) und ribbelt es am ganzen Körper kräftig ab. Dabei
werden Haare, Schuppen, Staubkörner usw. auf den Zellstoff
fallen. Waren Flöhe
vorhanden, dann fällt auch Flohkot herunter. Dieser Flohkot sieht
aus wie kleine schwarze Staubkörnchen und besteht in erster Linie
aus verdautem Blut. Gibt man nun auf die verdächtigen schwarzen
Pünktchen je einen Tropfen Wasser, so färbt sich der Zellstoff -
falls es Flohkot war - in unmittelbarer Umgebung deutlich rotbraun
bis rot. War es nur Schmutz oder Staub, tritt keine Verfärbung auf.
Für den Fall, daß
Sie Flohbefall diagnostiziert haben, empfehle ich Ihnen, ein
entsprechendes Mittel von Ihrem Tierarzt zu besorgen.
Probleme mit den
Pfoten
In der kalten,
feuchten Jahreszeit haben viele Hunde Probleme mit den Pfoten, da
diese durch Schnee, Matsch, Streusplitt oder Salz besonders
beansprucht sind. Es empfiehlt sich daher, die Hundepfoten nach dem
Spazierengehen oder einem Aufenthalt im Freien mit lauwarmem Wasser
oder besser Käsepappeltee (Eichenrindentee) abzuspülen und gut
abzutrocknen. Sind die Pfotenballen bereits rissig oder wund, so ist
Hirschtalgcreme (erhältlich in jeder
Apotheke) ein
bewährtes Hausmittel. Damit sich der Hund nach dem Aufbringen der
Salbe nicht sofort leckt, kann man (eventuell über Nacht) einen
Salbenverband anlegen.
Hilfe, die Katze
ist unsauber geworden
Normalerweise sind
Katzen sehr reinliche Tiere, die problemlos die Katzentoilette
annehmen. Es kommt aber immer wieder vor, daß die Zimmertiger -
sozusagen aus heiterem Himmel – ihre Gewohnheiten ändern und
unsauber werden. Nicht immer ist das Problem leicht zu lösen, doch
die häufigsten Ursachen sind folgende:
- Eintritt der
Geschlechtsreife (im Alter von etwa 6 Monaten). Hier schafft die
Kastration Abhilfe.
- Die
Katzenstreu (das Produkt) wurde gewechselt. Die sensible Katze
mag das mitunter gar nicht. Zurückkehren zur bisher verwendeten
Streu ist unumgänglich.
- Die
Katzentoilette wurde nicht regelmäßig gereinigt. Tägliche
Betreuung ist erforderlich.
- Die Katze
wurde beim Toilettenbesuch gestört. Das vergrämt auch
nervenstarke Tiere. Das "Örtchen" ist so aufzustellen, daß es
jederzeit leicht erreichbar und ungestört benutzbar ist.
- Katzentoilette
und Futterplatz sind zu nahe beisammen. Auch darauf reagiert der
empfindliche Hausgenosse. Ein Mindestabstand zwischen "Kistchen"
und Futterschüssel von etwa vier Metern ist unbedingt
einzuhalten. (Ehrlich gesagt, wer will schon am Klo essen?)
- Häufiger,
lauter Besuch, eventuell sogar mit Hunden, ist für so manche
ruheliebende Katze zuviel. Unsauberkeit ist dann eine bewußte
Protestmaßnahme.
- Gelegentlich
kommt auch Eifersucht dazu, wenn in Singlehaushalten plötzlich
eine "zweite Person" auftaucht. Vertrauen Sie auf den Instinkt
ihrer Katze und ziehen Sie gegebenenfalls ernsthaft einen
"Partnerwechsel" in Erwägung. Ihre Katze täuscht sich nur
selten!


Gesundheit ist das
kostbarste Gut. Das gilt uneingeschränkt auch für Tiere. Ist aber im
Fall der Fälle die Wiederherstellung der Gesundheit auch immer vom
Tierbesitzer finanzierbar? Viele Menschen haben ein großes Herz für
kleine Tiere. Hunde und Katzen sind uns ja zu wahren Freunden
geworden. Besonders für ältere oder alleinstehende Menschen ist das
Tier ein verläßlicher und treuer Gefährte, der sie so manches
Wehwehchen und so manche Alltagssorge vergessen läßt. Die
Wissenschaft bestätigt das, was überzeugte Tierfreunde schon immer
wußten: Tiere tragen viel zum Wohlbefinden des Menschen bei.
So weit, so gut -
wäre da nicht der kleine Haken, daß Hunde- oder Katzenhaltung doch
auch einiges kostet. Der Anschaffungspreis eines Welpen fällt dabei
kaum ins Gewicht. Schwerer wiegen die laufenden Futter- und
Pflegekosten. Doch sie sind kalkulierbar. Unkalkulierbar sind leider
aber die Kosten, welche für die tierärztliche Behandlung
unerwarteter Krankheiten oder Unfälle anfallen können. Die moderne
Tiermedizin kennt heute glücklicherweise eine Vielzahl an
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, um unseren
vierbeinigen Freunden zu helfen. Daß das Geld kostet, leuchtet ein.
Wer aber möchte nicht alles tun, um sein geliebtes Tier wieder
gesund und wohlauf zu sehen?
Was unsere eigene
Gesundheit betrifft, haben wir uns längst daran gewöhnt, dafür in
Form einer Krankenversicherung vorzusorgen. Wie aber sieht es mit
einer Krankenversicherung für Tiere aus? Gut - kann man darauf
antworten, denn neuerdings bietet ein bekanntes
Versicherungsunternehmen diese spezielle Tierversicherung an. Sie
ist als echte Krankenversicherung so konzipiert, daß sie dem
Tierbesitzer das Risiko kostenintensiver Behandlungen bei
unerwarteter Krankheit oder bei Unfall abnimmt. Dadurch können alle
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft
werden, um dem Tier die bestmögliche Behandlung angedeihen zu
lassen. Alle übrigen Ausgaben, mit denen der Tierbesitzer ohnehin
rechnen muß, wie Impfungen, Zahnsteinentfernung oder Kastration sind
nicht inbegriffen. Das mag von dem einen oder anderen als Mangel
angesehen werden, hat aber den großen Vorteil, daß „leistbare
Prämien" festgesetzt werden konnten und das Tier dennoch, je nach
Versicherungsvariante, hoch versichert ist (jährlich 20.000.-,
50.000.- oder 100.000.- für Tierarztkosten und für
Spitalsaufenthalt, sowie 5.000.- bis 10.000.- bei Verlust, Diebstahl
oder für Finderlohn).
Manche ältere
Menschen machen sich auch große Sorgen darüber, was im Falle ihres
Ablebens mit ihrem Tier passieren wird. Das führt oft soweit, daß
sich diese Leute aus Verantwortungsgefühl nicht mehr trauen, einen
Hund oder keine Katze zu nehmen, obwohl sie sich nach einem Tier
sehen. Auch dieses Problem wird durch die Tierversicherung
abgedeckt, da die Nachsorge nach dem Tod des Tierbesitzers ebenfalls
includiert ist. Erfreulicherweise sind chronisch kranke Tiere nicht
von der Versicherung ausgeschlossen. Für tätowierte oder
elektronisch markierte (Mikrochip)Tiere wird ein Prämiennachlaß
gewährt. Die Verrechnung ist direkt zwischen Tierarzt und der
Versicherung oder durch Einreichung der Tierarztrechnung möglich.
Nach Aufzählung all dieser Vorteile ergibt sich natürlich die Frage
nach dem Preis: Je nach Versicherungsantrittsalter, Rasse und
gewählter Variante beträgt die Jahresprämie für Hunde zwischen
1000.- und 5900.- und für Katzen zwischen 900.- und 2700.-
Schilling. Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.
Alles in allem
betrachtet, scheint das ein sehr faires Angebot zu sein, das vielen
Tierbesitzern die Sorge um unfinanzierbare Behandlungen und
Untersuchungen abnehmen könnte. Die hauptsächlichen Nutznießer wären
dabei allerdings unsere vierbeinigen Lieblinge - und die haben es
sich ja verdient, gesundheitlich optimal versorgt zu werden!
(erschienen als
Artikel in der Zeitschrift „ Die Niederösterreichische Wirtschaft",
9. Jänner 1998)


Wenn Hunde- und
Katzenhalter an Urlaub denken, ergibt sich sofort die Frage: Was
geschieht mit dem vierbeinigen Liebling? Wie auch immer die
Entscheidung ausfallen mag, zu beachten ist, daß unsere Heimtiere
völlig unterschiedliche Ansprüche haben.
Ein Urlaub – die
schönste und wertvollste Zeit des Jahres – bedarf schon einiger
Vorbereitung, wenn er zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten
ausfallen soll. In die Planung miteinzubeziehen sind natürlich auch
Wuffl und Mietz. Sie machen uns das ganze Jahr über so viel Freude
und bereichern immer den manchmal nur allzu grauen Alltag, daß es
nur recht und billig ist, sich auch um ihr Wohlergehen während
unseres Urlaubs bestmöglich zu kümmern.
Was freut den
Hund?
Der Hund – das ist
nicht schwer zu erraten – ist am liebsten bei seiner Familie, die er
als sein "Rudel" ansieht. Wann immer es möglich ist, sollte er mit
in den Urlaub fahren dürfen. Er wird gemeinsame Spaziergänge und
Wanderungen grenzenlos genießen, oder sich schlicht nur am
"Beisammensein" erfreuen, das während des Jahres oft durch unsere
beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten zu sehr eingeschränkt
ist. Zu beachten ist, daß ein Hund bei Auslandsreisen – trotz
Schengener Abkommen auch innerhalb der EU! – über einen gültigen
Impfpaß verfügen muß, der zumindest eine aktuelle Tollwutimpfung zu
enthalten hat. Zu Fragen hinsichtlich der aktuellen
Reisebestimmungen wenden Sie sich am besten an den Amtstierarzt
ihrer Wohnsitzbezirkshauptmannschaft.
Natürlich gibt es
Reiseziele, zu denen man beim besten Willen keinen Hund mitnehmen
kann. Auch hängt es von der Größe und dem Temperament des jeweiligen
Tieres ab, wohin man sich noch streßfrei wagen kann. Wenn also die
Entscheidung gefallen ist, daß der Hund zu Hause bleiben muß, wäre
die optimale Lösung folgende: Man bittet Familienangehörige,
Verwandte oder gute Freunde, den Hund vorübergehend bei sich
aufzunehmen. Wuffl braucht natürlich Gelegenheit, sich an die neue
Umgebung und die Menschen zu gewöhnen. Läßt man ihn vorher zumindest
einmal (besser mit einigen Tagen Abstand zwei- bis dreimal) einen
Tag und eine Nacht bei seinem neuen "Rudel", so wird er damit
vertraut und weiß auch, daß er wieder abgeholt wird. Gerade die
Erfahrung, daß er wieder abgeholt wird, ist für den Hund sehr
wichtig – schließlich kann man ihm das mit Worten nicht erklären.
Als letzter Ausweg kommen auch Tierpensionen oder Tierheime in
Frage. Die individuelle Betreuung kann aber auch in der
bestgeführten Tierpension nicht so gut sein als in einer
Gastfamilie. Sensible Hunde leiden mitunter enorm.
Katzen wollen
nicht verreisen!
Im Gegensatz zu
Hunden ist es für die meisten Katzen eine Qual, wenn sie die
gewohnte Umgebung verlassen müssen. Auch das schönste Reiseziel kann
sie nicht locken. Sie bleiben lieber zu Hause. Das heißt im
Klartext, daß für die Katzen die optimale Lösung folgendermaßen
aussieht: Sie bitten eine Vertrauensperson, die täglich nach der
Katze (den Katzen) sieht und sie mit Futter und Wasser versorgt. Bei
Wohnungskatzen ist auch einige Zeit einzuplanen, sich mit der Katze
zu spielen. Selbstverständlich ist regelmäßig die Katzentoilette zu
reinigen. Auch Katzen kann man in Tierpensionen und Tierheimen
unterbringen. Rechtzeitige Anmeldung und vor allem vollständige
Impfung gegen alle gängigen Krankheiten (Katzenseuche,
Katzenschnupfen, Leukose und eventuell FIP) ist unbedingt
erforderlich.
Wofür sie sich auch
entscheiden mögen - wichtig ist, daß sie für Hund oder Katze die
bestmöglichen Vorbereitungen treffen. Dann können auch sie den
wohlverdienten Urlaub ungetrübten Gewissens genießen!


Mit dem ersten
Warmwettereinbruch des noch jungen Jahres kommt auch wieder die
Zeit, wo unsere vierbeinigen Lieblinge - besonders die Katzen - auf
Freiers Füßen wandeln! Wollen wir das, oder sollten wir doch
rechtzeitig etwas unternehmen, damit sich nicht ungewollter
Tiernachwuchs einstellt? Entzückend anzusehen sind sie ja, die
kleinen Hunde- und Katzenwelpen. Doch welche Zukunft erwartet sie,
wenn ihre Geburt dem Zufall überlassen war? Ist die unkontrollierte
Vermehrung unserer Heimtiere nicht gleichzusetzen mit
„vorprogrammiertem Tierleid"? Sieht man sich in den überfüllten
Tierheimen um, muß die Antwort wohl eindeutig „Ja" lauten. Sinnvolle
Tierschutzarbeit beginnt bei der Kastration der Hündinnen und
Kätzinnen, ist von dort auch als Credo zu hören. Keine Sorge, unsere
geliebten Hunde und Katzen sind dadurch nicht vom Aussterben
bedroht. Es wird immer Menschen geben, die mit viel Liebe,
Sachkenntnis und Verantwortungsgefühl für gewollten Tiernachwuchs
sorgen. Das ist auch gut so. Was es aber zu verhindern gilt , ist,
daß durch Unachtsamkeit, Sorglosigkeit oder Verantwortungslosigkeit
Tierbabys zur Welt kommen, die dann keiner will!
Mit alten
Vorurteilen aufräumen!
Alle Tierfreunde
sind aufgerufen, wie Wanderprediger in ihrem Umfeld zu wirken, damit
die Katzen- und Hundebesitzer ihre Tiere kastrieren lassen.
Zugegeben: Viel hat sich diesbezüglich in den letzten Jahren schon
zum Besseren gewandelt, aber sehr viel gibt es noch zu tun - zum
Beispiel gegen das Vorurteil anzukämpfen, eine Katze oder Hündin
müßte aus gesundheitlichen Gründen zumindest einmal im Leben einen
Wurf haben. Oder, von einer Kastration vor der ersten
Rolligkeit/Läufigkeit wäre abzuraten! Alles Schnee von gestern und
längst überholt, aber gar nicht so leicht rauszubekommen aus den
Köpfen der Bevölkerung! Wer also nicht die Absicht hat, gezielt mit
seinem Tier zu züchten, oder wer nicht absolut sichergestellt hat,
für den Nachwuchs erstklassige Plätze zu haben, der soll seine
Kätzin bzw. seine Hündin bereits im Alter von sechs Monaten
kastrieren lassen. Natürlich ist es auch später zu nahezu jedem
Zeitpunkt möglich, doch der Grundsatz lautet: Je früher, je besser!
Kater und Rüden
nicht vergessen!
„Ein Schilling
allein scheppert nicht", sagt ein altes Sprichwort. Um Nachwuchs zu
bekommen, muß natürlich auch ein Männchen aktiv werden. Hinsichtlich
der Kater hat es sich ja glücklicherweise schon recht gut
herumgesprochen, daß die Kastration sehr viele Vorteile bringt.
Nicht nur die ungewollte Fortpflanzung ist unterbunden, auch der
Rauf- und der Wandertrieb wird wesentlich eingeschränkt. Zudem fällt
das „geruchsintensive" Markieren weitgehend weg. Bei den Besitzern
von Rüden gibt es leider noch viel zu viele Vorbehalte gegen die
Kastration. Man meint, er würde verfetten, verblöden und wer weiß
was sonst noch alles! Nichts davon ist war. Im Gegenteil: Der Rüde
wird braver und folgsamer. Man hat weniger Ärger mit den Nachbarn,
weil er nicht mehr ständig markiert, streunt, bellt usw. In anderen
hochentwickelten Ländern ist es bereits eine Selbstverständlichkeit,
Rüden - die nicht für die Zucht vorgesehen sind - kastrieren zu
lassen. Es ist aus der Sicht des Tierschutzes zu hoffen, daß diese
Einstellung auch bei uns bald gang und gäbe ist.
Wer Hunde und
Katzen liebt, sollte deren unkontrollierte und ungewollte Vermehrung
verhindern, zumindest bei den Tieren, für die er die Verantwortung
trägt. Er leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Tierschutz!
(erschienen als
Artikel in der Zeitschrift „ Die Niederösterreichische Wirtschaft",
Februar 1998)


Ist die heutige
Form der Heimtierhaltung übertrieben, oder entspringt sie doch einem
tieferen Bedürfnis? Was steckt hinter der besonderen Beziehung des
Menschen zu seinen vierbeinigen oder gefiederten Lieblingen?
Der Hund ist
unbestritten das älteste Haustier. Schon vor über 10.000 Jahren hat
er sich den Menschen angeschlossen und erfreut sich heute größerer
Beliebtheit als je zuvor. In seinem Fahrwasser kam die Katze nach.
Die Zahl anderer Tierarten blieb - zumindest was die Heim- oder
Lieblingstiere anlangt - lange Zeit sehr begrenzt. Kaninchen,
Meerschweinchen, Hamster und verschiedene Vogelarten haben erst in
jüngerer Zeit unsere Wohnzimmer erobert. Natürlich gibt es auch hier
so etwas wie den "letzten Schrei": Frettchen oder weiße Ratten
gehören beispielsweise dazu!
So unterschiedlich
diese Tiere auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie bringen
Freude, und - sie haben positive Auswirkungen auf Seele und
Gesundheit der Tierbesitzer! Diese Tatsache, die jeder einfühlsame
Tierbesitzer schon immer erahnt und gespürt hat, wird jetzt
zusehends durch die Wissenschaft bestätigt. Das geht sogar so weit,
daß Tiere in der Therapie verschiedener Krankheiten wie etwa
Verhaltensstörungen oder Depressionen mit gutem Erfolg eingesetzt
werden. Ein Tier, besonders ein Hund, kann alte Menschen aus ihrer
Isolation herausreißen und wird somit zum "sozialen Katalysator". Er
läßt auch deutlich meßbar den Blutdruck sinken, während man ihn
streichelt und er zwingt den Besitzer zu regelmäßiger Bewegung, weil
er dreimal am Tag "äußerln" geführt werden möchte. Ältere Menschen,
die ein Heimtier haben, machen um 16 % weniger Arztbesuche,
Hundebesitzer sogar um 21%!
Kinder profitieren
ebenfalls sehr von der Beziehung zu Heimtieren: Sie lernen die
nichtverbale Kommunikation viel besser und können daher
beispielsweise auch die subtilen Details menschlichen
Gesichtsausdruckes sicherer und richtiger deuten. Durch die
Übernahme von Verantwortung für das Tier wird die Überzeugung des
Kindes von der eigenen Tüchtigkeit gestärkt. Es wird dadurch
selbstsicherer im sozialen Umgang. Durch den Kontakt mit Tieren
lernen Kinder, besser mit den Mitmenschen umzugehen. Das bestätigt
eine Studie, wonach Kinder, die mit einem Tier zusammenleben,
bevorzugt von Freunden und Kameraden als Vertraute oder als
Spielpartner herangezogen wurden. Aber Tiere geben auch Wärme und
emotionale Unterstützung. Sie lieben uns bedingungslos. Sie sind
dauernd nahe. Sie haben nie gerade etwas Wichtigeres zu tun, müssen
nicht zur Arbeit oder zu einem unaufschieblichen Termin. Der Hund
ist zu jeder Zeit bereit, etwas zu unternehmen. Er hat keine
Stimmungsschwankungen oder Launen. Tiere sind emotional berechenbar.
Gerade diese Berechenbarkeit gibt einem Kind die nötige Sicherheit.
In unserer
hochtechnisierten Welt stellen Heimtiere besonders für
Großstadtmenschen überdies oft das letzte Bindeglied zur Natur dar,
und sind alleine deshalb schon besonders wertvoll. Die besondere
Beziehung vieler Menschen zum ihrem Tier, von manchen
ungerechterweise als übertrieben belächelt, entspringt sicherlich
dem tiefen Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit und Anerkennung.
Gerade damit aber geizt die heutige Gesellschaft zu sehr. Tiere
können und sollen menschliche Beziehungen und Kontakte nicht oder
nicht vollständig ersetzen. Was sie aber können, ist: unsere Leben
unendlich bereichern und das eine oder andere Liebes-,
Geborgenheits- oder Anerkennungsdefizit auffüllen!
(erschienen als
Artikel in der Zeitschrift „ Die Niederösterreichische Wirtschaft",
März 1998)


Zecken sind nicht
nur lästige Blutsauger, sie können auch eine Reihe gefährlicher
Krankheiten übertragen. Mangels entsprechender Impfmöglichkeit bei
Tieren heißt das Gebot der Stunde: Schutz vor Zecken!
Das alte, aber gute
Motto "vorbeugen ist besser als heilen" gilt uneingeschränkt auch in
der Tiermedizin. Besonders angebracht ist es hinsichtlich der
Zecken. Über die Gefahren, die von Zeckenbissen für Menschen
ausgehen können, ist ja in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit
geleistet worden. Speziell die Krankheit FSME
(Frühsommermeningoenzephalitis) gilt mittlerweile als allgemein
bekannt. Doch obwohl es für Menschen dagegen einen Impfstoff gibt,
erkranken bedauerlicherweise immer noch jährlich eine Reihe von
Personen an dieser Virusinfektion, einige sterben sogar. Noch
schlimmer ist die Situation bei den Hunden.
FSME
Lange Zeit glaubte
man, Hunde könnten nicht an FSME erkranken. Das lag aber nur an dem
schwierigen Erregernachweis, wie jetzt bekannt ist, denn seit kurzer
Zeit steht fest: Auch Hunde werden durch Zecken mit dem FSME-Virus
infiziert. Als Symptome zeigen sich vor allem hohes Fieber,
Bewegungsstörungen, Mattigkeit sowie Krämpfe und Lähmungen. Wird die
Erkrankung zu spät erkannt, endet sie fast immer tödlich.
Boreliose
Eine weitere
Gefahr, die von Zeckenbissen ausgeht, ist die Boreliose, auch Lyme
Disease genannt. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen, die im
Speichel infizierter Zecken vorhanden sind. An der Einbißstelle
bildet sich schon nach wenigen Tagen eine deutliche Rötung, manchmal
auch eine ausgeprägte Schwellung. Gleichzeitig leiden die Tiere an
unspezifischen, gippeähnlichen Symptomen. In der Folge treten
schwere Gelenks-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen auf, die zum
Tod des Hundes führen können, zumindest aber gravierende
Dauerschäden hinterlassen. Anders als die FSME ist diese Krankheit -
rechtzeitig diagnostiziert - mit gezielter Antibiotikatherapie
relativ leicht zu behandeln und völlig auszuheilen.
Babesiose
In warmen Gebieten,
wie zum Beispiel dem Mittelmeerraum, aber auch schon in Ungarn und
teilweise im Burgenland, tritt eine weitere Krankheit auf, die durch
Zecken übertragen werden kann. Es ist dies die Babesiose.
Hervorgerufen wird sie durch kleine Einzeller, welche die roten
Blutkörperchen befallen und zerstören. Neben Mattigkeit, Schwäche
und Fieber zeigen die befallenen Hunde vor allem die eindeutigen
Symptome wie rotbraunen Harn und gelbliche Schleimhäute. Ohne
entsprechende Behandlung kann es durch Leber- und Nierenversagen zum
Tod kommen.
Vorbeugung
Mangels
zuverlässiger oder überhaupt fehlender Impfmöglichkeiten gegen die
genannten Krankheiten kommt der Vorbeugung eines Zeckenbefalls
höchste Bedeutung zu. Wichtig zu wissen ist, daß die
Zeckenpopulation im Frühsommer ihren Höhepunkt erreicht, und daß
sich diese Parasiten hauptsächlich auf langen Gräsern und Sträuchern
aufhalten. Wälder, Waldränder und Buschzonen wären daher um diese
Jahreszeit tunlichst zu meiden. Glücklicherweise gibt es eine Reihe
von verschiedenen Medikamenten, wie Zeckenhalsbänder oder Pumpsprays
mit Langzeitwirkung, die - richtig angewendet - Zecken relativ
sicher abwehren. Der Begriff "Medikamente" wurde in diesem
Zusammenhang ganz bewußt gewählt, da leider die immer wieder
angepriesenen "Biohalsbänder" oder nur auf ätherischen Ölen
beruhenden Mittel erfahrungsgemäß nur unzureichend schützen. Fazit:
Geben Sie den Zecken keine Chance und beugen Sie entschieden vor!
Ihr Tierarzt berät Sie gerne!


Selbstverständlich
vollwertig und ausreichend, wird die spontane Antwort lauten. Gut!
Aber verstehen Sie darunter Knochen und Küchenreste, oder doch eher
Fertigfutter?
Es ist noch gar
nicht so lange her, da bekamen Hunde, aber auch Katzen in der Regel
nur das zu fressen, was im Haushalt so abfiel. Vielleicht gab´s
zusätzlich ein wenig Milch oder eine Portion Kutteln - aber damit
hatte es sich auch schon. Die Zeiten haben sich geändert, und damit
auch die Möglichkeiten, unsere Heimtiere optimal zu ernähren.
Optimal heißt
nicht unbedingt teuer!
Der Markt für
Heimtiernahrung ist riesengroß und noch lange nicht gesättigt. Das
hat die Industrie längst erkannt. Wer am allermeisten davon
profitiert, ist nicht der Hersteller, sondern erfreulicherweise Hund
und Katze. Natürlich macht die Heimtiernahrungsindustrie gute
Gewinne. Aber sie investiert auch viel in Forschung und Entwicklung.
So weiß man heute, daß vollwertige Hundenahrung mindestens 50
verschiedenen Inhaltsstoffe aufweisen muß, Katzenfutter sogar 52.
Wer hätte das gedacht – und wer könnte diesen Bedarf mit
selbstzubereitetem Futter optimal abdecken? Ja, es stimmt schon:
Früher sind die Tiere auch nicht gleich an Mangelerscheinungen
zugrunde gegangen. Aber waren sie auch so gesund, wurden sie so alt,
und vor allem – waren sie so fit bis ins hohe Alter, als sie es
heute unter optimalen Ernährungsbedingungen sind? Sicher nicht!
Diese Verbesserung der Lebensqualität und Vitalität verdanken Hund
und Katz eindeutig der hochwertigen Fertignahrung. Die neueste
Entwicklung geht dahin, spezielle Produkte für jeden Lebensabschnitt
bzw. jeden Leistungsbedarf anzubieten. So gibt es Welpen- und
Jungtierfutter neben Nahrung für erwachsene oder alte Tiere. Auch an
sehr aktive Tiere ist genauso gedacht wie an "Bewegungsfaule".
Wichtig zu wissen ist, daß jegliches Markenfertigfutter als
vollwertig zu bezeichnen ist – unabhängig davon, ob es zum
preisgünstigen Segment oder eher zur teureren Kategorie gehört.
Unterschiede sind natürlich gegeben. Sie beziehen sich aber nur auf
die Geschmacksqualität, nicht auf die chemische Qualität der
Zusammensetzung.
Haben es Tiere
leichter als wir?
Wir Menschen können
nur vor Neid erblassen, wenn wir uns die Palette verschiedener
vorgefertigter Diätfutter für Hunde und Katzen ansehen.
Diesbezüglich sind sie wesentlich besser gestellt als wir, denn die
großen Heimtiernahrungshersteller haben neben ihrem umfangreichen
Standartsortiment an Feucht- und Trockennahrung für Hund und Katze
eine Reihe spezieller Fertigdiäten auf den Markt gebracht. Diese
können als Teil der Therapie diverser Krankheiten oder zur
Unterstützung einer tierärztlichen Behandlung eingesetzt werden.
Diätnahrungsmittel sind aus besonders hochwertigen und leicht
verdaulichen Rohstoffen hergestellt und darüber hinaus dem
jeweiligen Krankheitsbild entsprechend zusammengesetzt. So gibt es –
um nur einige zu nennen - spezielle Produkte, die bei Nieren-,
Leber-, Herz-Kreislauferkrankungen oder bei Allergien nicht mehr aus
der tierärztlichen Praxis wegzudenken sind. Natürlich darf auch die
klassische Abmagerungsdiät nicht fehlen
Wie wichtig
ausgewogene und gesunde Ernährung ist, wird uns Menschen ständig
gepredigt. Den selben Anspruch haben auch unsere vierbeinigen
Lieblinge. Wenn wir schon selbst den kulinarischen Verlockungen
nicht immer widerstehen können, so seien wir doch wenigstens bei den
Tieren konsequent. Mit Fertignahrung ist das ja leicht!


Können Tiere auch
zuckerkrank werden? Wenn ja, was läßt sich dagegen tun oder wie kann
man dieser Krankheit vorbeugen?
Wie beim Menschen,
so reguliert auch bei Hund und Katze das von der Bauspeicheldrüse
produzierte Hormon Insulin den Blutzuckerspiegel. Wird vom Körper –
aus welchen Gründen auch immer - zu wenig Insulin produziert, steigt
unweigerlich der Blutzuckerspiegel. Die sogenannte Zuckerkrankheit
(Diabetes mellitus) liegt somit vor.
Ursachen
Unsere Heimtiere
werden dank guter Pflege, optimaler Ernährung und
Krankheitsvorbeugung durch entsprechende Impfungen immer älter. 15
Lebensjahre für Hunde und 20 für Katzen sind keine Seltenheit mehr.
Diese höhere Lebenserwartung bringt aber auch eine Reihe von
Organstörungen mit sich, die bei jungen Tieren kaum zu Tage treten.
Der sogenannte "Altersdiabetes" gehört dazu. Viel häufiger als
dieser Altersdiabetes ist jedoch jener, der durch jahrelange
Überernährung entsteht. Die Parallele zum Menschen ist hier
unübersehbar. Hund und Katze sind nicht vor dieser
"Wohlstandserkrankung" gefeit.
Als weitere
Ursachen für Zuckerkrankheit sind noch Infektionen, Vergiftungen,
Unfalltraumen und besonders Hormonbehandlungen (Spritze od.
Tabletten gegen die Läufigkeit/Rolligkeit) zu nennen. Kastration
weiblicher Tiere ist auch diesbezüglich eine wichtige
Vorbeugungsmaßnahme!
Welche Anzeichen
sieht der Tierbesitzer?
Wie kann der
Tierbesitzer erkennen, ob sein Hund oder seine Katze an erhöhtem
Blutzucker leidet? Das ist gar nicht so schwer: Deutlich vermehrter
Durst, Mattigkeit und Gewichtsverlust bei gleichzeitig
uneingeschränktem Appetit sind untrügliche Anzeichen. Bei sehr hohem
Blutzucker oder bei längerer Zeit unbehandelter Krankheit riecht das
Tier eigenartig süßlich aus dem Mund. Dieser Geruch stammt von den
im Körper gebildeten Ketonkörpern. Wer sich nicht vorstellen kann,
wie das riecht, sollte gelegentlich mal an einem Fläschchen
Nagellackentferner (Aceton) schnuppern.
Nachweis und
Behandlung
Um einen Verdacht
auf Diabetes abzuklären, gibt es zwei Möglichkeiten: Einerseits die
Untersuchung einer Harnprobe mittels Teststreifen, andererseits die
Blutanalyse. Der Blutanalyse ist der Vorzug zu geben, da damit nicht
nur die Diagnose "Diabetes" gestellt werden kann, sondern auch noch
die tatsächliche Höhe des Blutzuckerspiegels ermittelt wird, was
wiederum für die Behandlung und Verlaufskontrolle entscheidend ist .
Die Behandlung
richtet sich natürlich danach, wie hoch der Blutzucker ist. Bei
geringgradiger Erhöhung reicht in der Regel die Einhaltung einer
strengen Diät. Dafür bietet die Heimtiernahrungsindustrie spezielle
Produkte an. Bei mittel- bis hochgradigem Diabetes ist die tägliche
Insulinverabreichung mittels Injektionsspritze zusätzlich zur Diät
unumgänglich. Erfahrungsgemäß lernt der Tierbesitzer sehr rasch
damit umzugehen, wenn er vom Tierarzt entsprechend eingeschult wird.
Vorbeugung
Wie bei allen
Krankheitsgefahren kommt auch hier der Vorbeugung eine wichtige
Rolle zu. Richtige (tiergerechte) Ernährung ist natürlich an erster
Stelle zu nennen: Keine Überernährung, keine Süßigkeiten! Weiters
sollen Hormonbehandlungen tunlichst vermieden werden. Ab dem 8.
Lebensjahr eines Tieres ist es empfehlenswert, mindestens ein Mal
jährlich eine Vorsorgeuntersuchung (Blutanalyse) durchführen zu
lassen!


Der äußere
Gehörgang unserer Hunde und Katzen ist anatomisch deutlich anders
angelegt als bei uns Menschen. Er zieht zunächst senkrecht nach
unten, um dann im rechten Winkel in Richtung Mittelohr zu verlaufen.
Dringt nun Staub, Wasser oder gar ein Fremdkörper in den äußeren
Gehörgang ein, so ist das oft sogar durch heftiges Kopfschütteln
nicht zur Gänze loszuwerden. In der Folge bildet sich dann eine
schmerzhafte Entzündung, an der meist auch Bakterien und Pilze
beteiligt sind. Parasiten (Ohrmilben) können ebenfalls derartige
Gehörgangsentzündungen hervorrufen. Damit es erst gar nicht so weit
kommt, empfiehlt es sich, regelmäßig - schon ab Welpenalter - die
Ohren zu kontrollieren. Am geeignetsten dazu sind die in der
Kosmetik gebräuchlichen Wattestäbchen. Mit dem trockenen
Wattestäbchen fährt man vorsichtig in den äußeren Gehörgang hinein.
Man kann dabei kaum etwas verletzen. Normales Ohrenschmalz läßt sich
leicht damit entfernen. Sind jedoch auf dem Stäbchen schmutzig
schwarze, oder schleimig eitrige Beläge zu entdecken, oder reagiert
das Tier mit heftigen, durch Juckreiz hervorgerufenen
Kratzbewegungen, so ist es höchste Zeit, den Tierarzt aufzusuchen.
Ein aufmerksamer Tierbesitzer kann dadurch die Entstehung eines
chronischen Ohrenzwanges verhindern.


Wenn die Tage kurz
sind und die Witterung wenig einladend ist, geht man nicht so gerne
ins Freie. Der Bewegungsdrang unserer Hunde und Katzen ist zu dieser
Zeit ebenfalls wesentlich eingeschränkt. Darauf sollte man bei der
Fütterung Rücksicht nehmen, damit unsere vierbeinigen Lieblinge
nicht zu viel an Gewicht zulegen. Entweder man schränkt die
Futtermenge entsprechend ein, oder man steigt auf „Leichtfutter" (
meist erkenntlich an der Bezeichnung „light" oder „low calorie") um.
Übrigens: Besonders zu den Feiertagen, bei Familienfesten oder wenn
man Gäste hat, sollte man besonders darauf achten, daß die Tiere
nichts aus falsch verstandener Tierliebe „zugesteckt" bekommen.
Erbrechen, Durchfall, schwere Magen-Darmstörungen usw. sind sonst
die unausbleiblichen Folgen!


In der kalten,
feuchten Jahreszeit haben viele Hunde Probleme mit den Pfoten, da
diese jetzt durch Schnee, Matsch, Streusplitt oder Salz besonders
beansprucht sind. Es empfiehlt sich daher, die Hundepfoten nach dem
Spazierengehen oder einem Aufenthalt im Freien mit lauwarmem Wasser
oder besser Käsepappeltee (Eichenrindentee) abzuspülen und gut
abzutrocknen. Sind die Pfotenballen bereits rissig oder wund, so ist
Hirschtalgcreme (erhältlich in jeder Apotheke) ein bewährtes
Hausmittel. Damit sich der Hund nach dem Aufbringen der Salbe nicht
sofort leckt, kann man (eventuell über Nacht) einen Salbenverband
anlegen.


Besonders junge
Hunde und Katzen sind sehr verspielt. Da kann es schon vorkommen,
daß in der Hitze des Gefechtes irrtümlich das Spielzeug - oder das,
was der Vierbeiner gerade dazu auserkoren hat - zerbissen und
verschluckt wird. Handelt es sich dabei um spitze Gegenstände oder
Bruchstücke, ist natürlich höchste Verletzungsgefahr für den
Magen-Darmtrakt gegeben.
Selbstverständlich
sollte man sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen, doch wenn dieser
nicht verfügbar ist, empfiehlt sich, folgendes Hausmittel
anzuwenden: Man nimmt Sauerkraut, wäscht es unter fließendem Wasser
gut aus und vermengt es anschließend 50 : 50 mit dem gewohnten
(Dosen)futter. Diese Mischung wird sowohl von der Katze, als auch
dem Hund in der Regel problemlos aufgenommen. Wenn nicht, muß man
ein wenig nachhelfen und „von Hand aus" füttern. Das Sauerkraut
umhüllt die spitzen und scharfen Kanten des oder der „Fremdkörper"
und kehrt den Darm wie ein Besen aus, sofern es nicht bewirkt, daß
der Mageninhalt (erwünschterweise) erbrochen wird.
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